Bayern
Mit PIN-Backwaren zeigen, was drin ist
Bäckerinnung Neu-Ulm befasst sich mit Fragen zur Produktinformations-Software

Ein großes Lob sprach Obermeister Kurt Wiedenmayer seinen Innungskollegen aus, im Innungsbereich Neu-Ulm wurden letztes Jahr fast 11 Prozent mehr Auszubildende eingestellt. Foto: Deger
Was ist PIN? „Eine Software, mit deren Hilfe über den Computer alle Inhaltsstoffe eines Produktes abgefragt, gespeichert und mit dem dazugehörigen Bild ausgedruckt werden können“, klärte Walter Großmann vom Landesinnungsverband die Mitglieder der Bäckerinnung Neu-Ulm auf. Mit PIN könne an der Ladentheke ein Katalog aufgelegt werden, mit dessen Hilfe die Verkäufern die Kunden genauestens informieren könne. Bei verpackter Ware ist es schon heute eine Selbstverständlichkeit, dass alle Inhaltsstoffe und Nährwerte auf der Packung aufgedruckt sind. Künftig muss auch die Verkäuferin Auskunft darüber geben können, was außer Mehl und Sauerteig in den Backprodukten enthalten ist. Vor allem muss sie über jene Stoffe Bescheid wissen, die bei bestimmten Personen Allergien auslösen können und über die Chemikalien, die zur Haltbarmachung oder zur Geschmacksverbesserung eingebracht werden können.
Die Bäckermeister auf der Innungsversammlung bestätigten, dass immer mehr Kunden Fragen nach den Inhalten der Gebäcke stellen. So erkundigten sie sich beispielsweise nach der Lactose, auf die neuerdings immer mehr Menschen reagieren. „Eine Verkäuferin kann unmöglich alles im Kopf haben, vor allem wenn das Angebot vielfältig und öfter wechselnd ist. Hier hilft künftig PIN“, führte Walter Großmann aus. Das PIN-Programm war jedoch nicht die einzige Fachsoftware, die er mitgebracht hatte. Sie umfasste vom Rezept bis zur Buchhaltung alles, was für die Software eines Bäckercomputers und damit für den Bäckerei-Fachbetrieb wichtig und arbeitsentlastend ist. Die Information und das Angebot der Landesinnung waren für Obermeister Kurt Wiedenmayer Anlass, zum wiederholten mal auf die Vorteile einer Innungszugehörigkeit zu verweisen.
Die Innung Neu-Ulm zählt noch 24 Mitglieder. „Es werden immer weniger“, beklagte der Obermeister. Er sorge sich um die Nahversorgung, die nun schon in den Ortsteilen der Städte mangelhaft sei. Dabei habe die Nahversorgung in Bayern sogar Verfassungsrang. Da die Zahl der Schulabgänger in den nächsten Jahren zurückgehen wird, will die Innung mit einer Sonderaktion für den Nachwuchs im Bäckerhandwerk, aber auch für den Meisterbrief werben. Im Innungsbereich wurden im vergangenen Jahr fast 11 Prozent mehr Auszubildende eingestellt. „Eine bemerkenswerte, volkswirtschaftliche Leistung“, lobte der Obermeister seine Innungsmitglieder. Im nächsten Jahr wird die Bäckerinnung Neu-Ulm ihren 100. Geburtstag feiern.
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