Regional

Mit 125 Jahren reif zur Brautschau?

Jubiläumsveranstaltung des Bäckerinnungsverbands Südwest mit namhaften Gratulanten der Branche / Gesprächsthema Organisationsstruktur


Rheinland-PfalzSchloss Edesheim (dtp). Anlässlich seines 125-jährigen Bestehens hatte der Bäckerinnungs-Verband Südwest zur Feierstunde eingeladen. Mit Kammermusik, Ansprachen samt Gratulationen und einem Diner à la Region hatten die Macher der Feier ein dem Anlass gebührendes Programm zusammen gestellt. Nicht zu vergessen, eine in mühseliger Kleinarbeit erstellte Dokumentation in Form einer Festschrift, die jeder der etwa 65 geladenen Gäste geschenkt bekam.

Wechselhafte Geschichte

Landesinnungsmeister Willi Renner scherzte in seiner Ansprache, man habe ihm zum Jubiläum persönlich gratuliert und gesagt, er habe sich in den 125 Jahren sehr gut gehalten. Dann ließ er Geschichte und Entwicklung des Bäckerinnungsverbandes seit 1874 Revue passieren. Dazu zeigte er auch die seinerzeit aus der Geschichte kommenden Veränderungen auf. Zum Beispiel, dass schon 1886 eine Fachausstellung mit Verbandstag abgehalten wurde, was damals – ähnlich der heutigen iba – richtungsweisend für die Branche gewirkt habe. Auch das Saarland war nach 1946 einige Jahre Mitglied in einem Südwestverband, bis man sich 1978 wieder trennte. Anno 1946 war allerdings der Grundstein für den heutigen Verband gelegt worden mit der Einschränkung, dass der Gültigkeitsbereich nur für die Pfalz möglich war. Darum wurden vier Innungen in Rheinhessen mit betreut, ohne Mitglied zu sein.

Unter anderem gratulierten LIM Walter Augenstein (Baden), der einen Ehrenpokal überreichte und auch LIM Roland Schäfer (Saarland) hatte ein Geschenk mitgebracht. Und Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich gratulierte für die HWK der Pfalz, Holger Knieling von der Bäko Süddeutschland empfahl sich als Dienstleister und Eugen Göpfert übermittelte Grüße vom Pfälzisch-Saarländischen Bäcker-Sängerbund.

ZV-Präsident Peter Becker meinte in seiner Festansprache, der Südwesten zeichne sich durch Stabilität aus. Er würdigte Geschäftsführer Helmut Münch und dessen Festschrift: „Das zeigt Herzblut, mit dem hier gewirkt wird.“ An anderer Stelle seiner Ausführungen sagte Becker, die Bäcker stellten ein Kulturgut her und seien damit schon etwas Besonderes. Heute sei es notwendig, neue Strukturen zu schaffen, um die besonderen Werte zu erhalten, gemeint waren damit auch Sänger, Fachvereine und Kegler. Zum Thema EU sagte Becker, es solle den Politikern gezeigt werden, wo mit den Vorschriften Schluss sein müsse. Er empfahl, die Sicherung des Nachwuchses in hoher Qualität zu gewährleisten, Existenzgründungen aus den eigenen Reihen zu unterstützen und gute Standorte zu sichern.

Im Schlusswort dankte Willi Renner den Rednern und würdigte Beckers Hinweise. Er dankte Helmut Münch und Manfred Petry für die Erstellung der Festschrift. „Es werden sich die Strukturen ändern, das ist eine Chance für die Zukunft.“ Auch die Verbände seien in diese Gedanken mit eingeschlossen.

Gedachte Verbandsfusion

Damit reagierte Renner auf zahlreiche Anspielungen, welche in Bezug auf Fusion von Südwest mit einem anderen Verband mehr oder weniger deutlich – zuweilen auch in Scherze verpackt – geäußert worden sind. Eines sei in diesem Zusammenhang sicher: Die Begehrlichkeiten seien geweckt und werden sich früher oder später konkret artikulieren, wurde deutlich gemacht, dass eine Verbandsfusion nach 125 Jahren nicht ausgeschlossen wird.


Artikel vom 11.11.2009
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