Regional
Mehr Lobbyarbeit, Beratung und Service notwendig
Versammlung der Bäcker- und Konditorenvereinigung Nord / Service- und Beratungsgesellschaft wichtiger Teil des Finanzierungskonzepts

Vorsitzender Holger Rathjen (links) und Geschäftsführer Heinz Essel auf der Mitgliederversammlung. Foto: Hoenig Foto: Hoenig
Jonglieren mit BKV und SBG
„BKV und die Service- und Beratungsgesellschaft (SGB) sind steuerlich nicht komplett zu trennen“, sagte Geschäftsführer Heinz Essel in seiner Präsentation von Jahresrechnung und Haushalt. „…ein ständiges Jonglieren!“ Daher sei es zu einer Steuernachzahlung gekommen, die zu einer kleinen Umstrukturierung geführt habe. Der nicht wirtschaftliche Geschäftsbetrieb der BKV hätte 2008 einen Anteil von 75 Prozent ausgemacht, der wirtschaftliche 25 Prozent. Für 2009 sei eine Verschiebung auf 80 Prozent für den nichtwirtschaftlichen und 20 Prozent für den wirtschaftlichen Geschäftsanteil erfolgt. Das Minus, das durch die unerwartete Steuernachzahlung entstanden war, konnte durch finanzielle Reserven ausgeglichen werden, die 2009 wieder aufgefüllt werden sollen.
Ein großes Lob strichen der Vorsitzende, Holger Rathjen, und Geschäftsführer Heinz Essel in Sachen Mitgliedsbeiträge ein: Im Jahr 2003 wurden diese „wegen eines Engpasses“ reduziert und seitdem sind sie nicht wieder gestiegen. „Eine tolle Leistung“, so die Vertreter der Mitgliedsverbände, die einstimmig den Vorstand und die Geschäftsführung entlasteten.
425 Innungsbetriebe aus den Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gehören in diesem Jahr der BKV-Nord an, zwölf weniger als im vergangenen Jahr. Die Anzahl der Innungen ist in Schleswig-Holstein mit sieben gleich geblieben. In Mecklenburg-Vorpommern sind es nach den jüngsten Fusionen noch sechs. „Zur Zeit sind keine weiteren Fusionen geplant“, sagte Landesinnungsmeister Thomas Müller.
„Das Negativ-Image des Bäckerhandwerks muss weg“, forderte Geschäftsführer Heinz Essel in seinem Bericht. Die Auszubildendenzahlen sind bei den Bäckern in den vergangenen Jahren insgesamt gesunken. In Schleswig-Holstein von 633 im Jahr 2007 auf 623 (2008) und auf 629 im Jahr 2009. Steiler ist die Abwärtstendenz in Mecklenburg-Vorpommern: 325 im Jahr 2007, 307 im Jahr 2008 und 250 im Jahr 2009. Die Bäckerinnung Hamburg verzeichnete einen leichten Anstieg der Zahlen: für das Jahr 2007 78 angehende Bäcker und 2008 sowie 2009 jeweils 84.
Die Tendenz bei den Verkäuferinnen ist insgesamt aufsteigend. 2008 gab es 2085 Auszubildende in den drei Landesinnungen, 2009 waren es 2333.
„Wir brauchen gute Auszubildende“, sagte Heinz Essel und die zu finden sei wegen der sinkenden Schülerzahlen merklich schwieriger geworden. Die Bäcker müssten mehr um junge Menschen werben, zum Beispiel durch die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen.
Service und Beratung ausgebaut
Die Service-und-Beratungsgesellschaft, eine Tochter der BKV-Nord, hat ihr Angebot weiter ausgebaut, berichtete Heinz Essel. Zum Beratungs- und Weiterbildungsbereich gehören betriebswirtschaftliche und andere Fachseminare. Eine neu entwickelte Online-Schulung zum Thema Hygiene- und Arbeitssicherheit wurde jetzt von der Lebensmittelüberwachung anerkannt. 15.000 Euro betrugen 2008 die Einnahmen der BKV-Nord aus der SGB, 2009 sollen es 30.000 Euro sein. „Wir dürfen die Geldquelle SBG nicht versiegen lassen, sonst können wir die Mitgliedsbeiträge nicht stabil halten“, sagte Holger Rathjen, BKV-Nord-Vorsitzender und LIM in Schleswig-Holstein.
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