Regional
Mehr Kosten- und Wettbewerbsdruck
Versammlung der Innung Regensburg-Kelheim: Erfreuliche Brotprüfung

Obermeister Josef Magerl und Geschäftsführer Hans Graf vor der Hauptversammlung der Bäckerinnung Regensburg-Kelheim. Foto: Schuller Foto: Schuller
:Gundelhausen (nik). Das Bäckerhandwerk steht landesweit stark unter Druck, auch im Bereich der Innung Regensburg-Kelheim ist die Lage schwierig. Dies macht Obermeister Josef Magerl in der Hauptversammlung der Innung im Gasthaus Kellner in Gundelhausen vor rund 30 Teilnehmern deutlich. Er ging in seinem Bericht auf vielerlei Probleme, wie Kostendruck, zu wenig Kollegialität und geringe Leistungsbereitschaft und -kenntnisse der Lehrlinge ein. Als erfreulich stellte Geschäftsführer Hans Graf das Ergebnis der Brotprüfung heraus.
Der Druck nimmt weiter zu
Der Obermeister trug einen großen Rechenschaftsbericht vor, ging dabei von der konjunkturellen und wirtschaftlichen Lage aus und stellte fest, das Bäckerhandwerk müsse sich weiter auf viele Veränderungen einstellen um überhaupt die Betriebe erhalten zu können. Der Druck auf die einzelnen Betriebe nehme ständig zu. Als Beispiel nannte er die Gemeinde Neutraubling mit nunmehr fünf Bäckerei-Verkaufsstellen, gegenüber zwei vor einigen Jahren. Die Zahl der backenden Betriebe gehe jedoch zurück: Im Jahr 2007 um 79 auf 3259 in ganz Bayern.
Zur Marktsituation sagte Magerl, Umsatzsteigerungen seien die Ausnahme, hingegen seien die Rohstoffkosten massiv angestiegen. Er rief die Kollegen dazu auf, ihre Kalkulationen zu überprüfen und warnte Filialisten vor Problemen aufgrund des Preisdrucks. „Wer glaubt, über Niedrigpreise zu wirtschaftlichem Erfolg zu kommen, denkt falsch.“
Nachwuchsarbeit forcieren
Was die berufliche Bildung anbelangt, beklagte der Obermeister den immer schlechter werdenden Ausbildungsstand der Lehrlinge und forderte an den Schulen müsste dringend mehr Grundwissen vermittelt werden. Dies wirke sich sogar auf die Meisterkurse in Lochham aus. Bei gleichen Prüfungsanforderungen wie früher, würden rund 25 Prozent der Kandidaten das Ziel Meisterprüfung nicht mehr erreichen. Um qualifizierten Nachwuchs zu bekommen, seien die Betrieb stark gefordert, Lehrlingen mehr Praxiskenntnisse zu vermitteln, fuhr Josef Magerl fort. Nachdem der Rückgang der Schulabgängerzahlen auch das Bäckerhandwerk mit voller Härte treffe, habe die Innung im Landkreis Regensburg eine Werbeaktion in mehreren Hauptschulen gestartet.
170 Proben eingereicht
Als Ergebnis der Brotprüfungen gab Geschäftsführer Hans Graf bekannt, dass 23 Betriebe insgesamt 170 Proben in vielerlei Sorten eingereicht hätten. 48 erreichten die Bewertung sehr gut, 90 gut und 32 zufrieden stellend.
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