Regional

Maronenmehl, Salami und Weizensauerteig

Französische Schüler präsentieren regionale Backwaren beim Schüleraustausch


Schleswig-HolsteinLübeck (hhl). Die Gewerbeschule Nahrung und Gastronomie in Lübeck hatte eine zwölfköpfige Gruppe Bäcker-Azubis aus dem französischen Montpellier zu Besuch. Auf ihrem dreiwöchigen Programm standen das Erleben des Berufsalltages und des soziokulturellen Umfeldes der deutschen Partnerschüler. „Der Schüleraustausch soll helfen, Barrieren zu überwinden und Mut machen, vielleicht später in einem anderen Land zu arbeiten“, sagte Schulleiter Stephan Ruscheck.

Unter Leitung ihres Lehrers Bernard Pons und mit Hilfe des Lübecker Gewerbeschullehrers Thomas Drenk hatten die angehenden Bäcker aus Frankreich zum „französischen Nachmittag“ Backwaren nach heimischen Rezepten hergestellt und diese den deutschen Schülern, Lehrern und Gästen präsentiert. Es gab Nuss- und Maronenbaguettes, Croissants, feines französisches Gebäck und vieles mehr.

„Eine starke Leistung“, urteilte Thomas Drenk. Das hohe Backkunst-Niveau der französischen Schüler liege aber auch an dem anderen Schulsystem, erklärte er. In Frankreich ist das Bäckerhandwerk in erster Linie eine schulische Ausbildung – mit Praktika. Die sehr lange Teigführung, die häufige Verwendung von Weizensauerteig und die mediterranen Zutaten waren neben der „bewundernswerten südeuropäischen Gelassenheit der Schüler“ die wesentlichen Unterschiede bei der Herstellung der französischen Backwaren. Maronen- und Haselnussmehl, Oliven, die richtige Salami und der richtige Rotwein zum Einfärben der Teige – „Manche Zutaten auf meiner Einkaufsliste waren gar nicht so einfach zu bekommen“, erzählte Thomas Drenk.

Drei Wochen dauerte der Aufenthalt der Schüler aus Montpellier in Deutschland. Der ersten Woche, in der „Soziokultur“ in und rund um Lübeck auf dem Programm stand, folgten zwei Wochen, in denen jeder einen deutschen Schüler begleitete: in den Betrieb, zur Schule und auch nach Hause.

Im Mai 2010 statten die deutschen Schüler, die aus den Klassen „Bäcker“, „Fachverkäuferinnen“ und „Konditoren“ stammen, der Partnerschule in Montpellier einen Gegenbesuch ab.


Artikel vom 13.01.2010
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