Bayern

Marktsicherung durch faire Partnerschaft

BioFach: Siegfried Stocker ein „Bionier“ / Hofpfisterei von Naturland ausgezeichnet


Nürnberg (dag). Faire Partnerschaften hieß ein Hauptthema der BioFach 2007. Und solche gibt es auch im ökologischen Bäckereisektor: Carsten Veller, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit beim Verband Naturland, präsentierte bei der Weltleitmesse in Nürnberg die Hofpfisterei in München als verlässlichen Partner – und das bereits seit den 80-er Jahren. Veller nannte deren Chef Siegfried Stocker denn auch einen echten „Bionier“ der Branche.

Auf sechs Kriterien basieren die „Fairen Partnerschaften“, für die Naturland, zweitgrößter Bio-Anbauverband in Deutschland, 2006 drei Bio-Unternehmen (u.a. die Hofpfisterei) ausgezeichnet hat:

– soziale Verantwortung

– langfristige Handelsbeziehungen

– faire Erzeugerpreise

– regionaler Rohstoffbezug

– gemeinsame Qualitätssicherung

– Förderung von Projekten.

Ohne diese besondere Zusammenarbeit funktionierten die Ökobetriebe nicht; sie sei auch ein wichtiges Differenzierungsmittel des biologischen vom konventionellen Markt, betonte Veller. Ohne faire Partnerschaften hätten Bio-Erzeuger langfristig keine Chance. Siegfried Stocker übernahm die Hofpfisterei 1970 von seinem Vater Ludwig, der 1917 die Bäckerei von der königlichen Krongutsverwaltung gepachtet hatte. Nach der Zerstörung 1945 wurde 1948 wieder gebacken. Bis heute wird hier das Brot des Betriebes gebacken, die Feinbackwaren entstehen in „Stocker’s Backstube“ in Lauf. Dieses Zweigunternehmen leitet mit Alexander Stocker ein Enkel des Gründers.

Höchste Qualitätsansprüche an das Getreide stellte Siegfried Stocker schon vor der Umstellung der Traditionsbäckerei auf ökologische Produktion. Als Stocker 1984 die Umstellung seiner Bäckerei auf ökologische Produktion beschloss, brauchte er verlässliche Partner. Erst mit Hilfe von Naturland schaffte er es, genügend Erzeuger ökologischen Getreides zu finden.

1988 übernahm die Hofpfisterei die Anteilsmehrheit an der Landshuter Meyermühle, die inzwischen mit 16.000 t Jahresproduktion die bedeutendste Öko-Mühle in Europa geworden ist. So sind in der Hofpfisterei wie einst Mühle und Bäckerei wieder vereint. Mit 140 Filialen, 900 Mitarbeitern und 700 Einzelhandelspartnern ist der Öko-Betrieb längst eine „bayerischen Institution“ geworden.

Stocker, 1994 von der Umweltorganisation WWF und vom Wirtschaftsmagazin Capital mit dem Titel „Öko-Manager des Jahres“ bedacht, berichtete vor etwa 30-köpfigem Publikum in Nürnberg, durch die enge Zusammenarbeit mit Naturland und deren Erzeugern gelinge es, Probleme im gegenseitigen Einverständnis zu lösen.

Für die Landwirte wurden berechenbare Voraussetzungen geschaffen. Auf dieser Basis lege etwa die Meyermühle Liefermenge und Preise fest. Stocker hat jedoch mit dem Begriff „faire Preise“ ein Problem, denn: „Wir sind nicht in der Lage, eine völlig vom Markt abweichende Preispolitik zu bestreiten.“ Durch die festen Partnerschaften lasse sich zwar besser wirtschaften, aber es gebe auch hier keine heile Welt.


Artikel vom 01.03.2007
Drucken 

Weitere Nachrichten aus Regional vom 01.03.2007:

Apfelkuchen mit Sesam und Erdnüssen
Minister am Mühlenstand
Von der Industrie abheben
Freude am Beruf erhalten
Schüler für zusätzlichen Ausbildungsplatz
Stuttgarter Frühlingsball
Stimmung weitaus besser als die Lage
Goldener Brezelorden 2007
Qualität Grundbedingung für die Zukunft
Neuer Wohlfühl-Bereich kommt gut an

Kommentare

Aktuelle Meldungen aus Regional


Abonnenten Bereich



Hilfe




Rezept der Woche

Tomaten-Brötchen
Rezept der Woche Gebäck mit Haferkleie und getrockneten Tomaten mehr ...




ABZ Newsletter

Nutzen Sie als Abonnent kostenlos unseren wöchentlichen Informationsdienst per E-Mail.

Jetzt anmelden!