Hessen
Leistungen der Organisation besser nutzen
OM Schwob auf der Versammlung in Darmstadt: Unternehmer, nicht Unterlasser sein

Vor der Versammlung (von links): OM Rainer Schwob, Geschäftsführer Gerhard Fetsch und stellv. OM Georg Ludwig. Fotos: dt-press
Er habe bei insgesamt 82 Mitgliedsbetrieben schon eine bessere Teilnahme erhofft. Das sei ernüchternd und es scheine, als seien die Kollegen entweder so zufrieden mit allem oder so stark in ihren Betrieben engagiert, oder es handle sich um Desinteresse.
Die aktuelle Lage beschrieb Schwob als ernst und bedrohlich. Nicht eben Imageförderung werde etwa damit betrieben, wenn Lehrlinge einige Monate auf die Auszahlung ihrer Lehrlings-Vergütung warten müssten, „die erzählen das draußen herum,“. Auch Beitragszahlung an die Innung erst nach der dritten Mahnung seien kaum verständlich.
OM Schwob plädierte dafür, die Kosten in den Griff zu bekommen. Man solle hinter seinen Preisen stehen und nicht weit weg liefern und dazu noch bis zu 50 Prozent Rabatte geben. Dass man auch positiv wirtschaften könne, zeigten die Betriebe, denen es gut gehe und die nicht zu jammern und zu klagen bräuchten. Als wichtig bezeichnete es der Obermeister weiter, die Leistungen der Handwerksorganisationen besser zu nutzen.
Etwa die Betriebsberatung oder Teilnahme an Erfa-Kreisen. „Nur durch Größe werden Probleme nicht gelöst,“ das haben so einige Beispiele deutlich gezeigt. „Man muss Unternehmer sein und nicht Unterlasser.“
Im letzten Jahr sei in der Innung ein neues Mitglied hinzu gekommen, sechs abgegangen. Darunter seien einige Übergaben gewesen, wo die jungen Inhaber vermutlich die Innung als unnütz hielten, weil sie ihr nicht beigetreten sind.
Energisch trat OM Schwob Gerüchten entgegen, die Innung müsse oder wolle das Haus der Bäcker verkaufen. „Solche Parolen entbehren jeder Grundlage,“ betonte Schwob und wies darauf hin, dass das Haus nach wie vor ein fester Pfeiler ist. Im Zuge des Pächterwechsels waren etliche Renovierungen zu tätigen.
In Grußworten äußerten sich die anwesenden Repräsentanten der Bäkos. Reiner Jung (Süd-West) lud zur General-Versammlung ein und machte deutlich, dass in diesem Jahr insgesamt 1,6 Mio. Euro investiert werden. Günther Altheim (Rhein-Main-Limburg) sagte, es werde in Kürze zur Überprüfung von Kosten und zur Kalkulation eine CD-ROM kommen. Die sei eine Zusammenfassung der entsprechenden Werte aus den bis jetzt vorhandenen CDs PIN, Brot und Brot-Manufaktur.
Probleme gab es bei den Regularien, vorgetragen von Gerhard Fetsch. Weil beide Kassenprüfer nicht anwesend waren und sich auch vorher weder entschuldigt noch einen schriftlichen Prüfbericht abgeliefert hatten, konnten Vorstand und Geschäftsführung nicht entlastet werden. Die Anwesenden waren damit einverstanden, diesen Punkt auf die Herbstversammlung zu vertagen. Der Etat 2005 wurde jedoch verabschiedet.
Als positiv bemerkenswert hielt es OM Schwob, dass aktuell 120 Lehrlinge in der Betrieben der Innung ausgebildet werden. Die 74 Bäcker- und 46 Verkaufs-Lehrlinge bedeuteten einen Durchschnitt von 1,6 je Betrieb. Das liege höher als der Bundesdurchschnitt von 1,3. Es sei zudem erfreulich, dass die Leistungen in Theorie besser werden. Dafür sinken die der Praxis um etwa soviel wie sie in der Theorie steige. Er sprach sich für die Anwendung von Einstellungs-Tests für künftige Lehrlinge aus.
Zum Thema Standorte der Berufsschulen in Hessen sagte OM Schwob, klar sei dass eine Reduzierung eintreten und Klassen von wenigstens 15 Schülern gebildet werden sollen.
LIM Klaus Hottum bemerkte dazu, es gebe in Hessen in der Tat zu viele Standorte. Bei passender Gelegenheit werde sich der Berufsbildungs-Ausschuss des BIV Hessen in die Thematik einbringen und daran mitarbeiten, die für eine optimale Ausbildung am besten geeigneten Plätze zu finden. Insgesamt müsse das Thema erst noch in aller Ruhe be- und verarbeitet werden.
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