Niedersachsen
Leichte Belebung erwartet
Peter Becker beim Neujahrsempfang der Bäckerinnung

OM Matthias Dannemann (links) bedankte sich mit einem Grünkohl-Präsentkorb Peter Becker, Präsidenten des Deutschen Bäckerhandwerks.
Gastredner in diesem Jahr war Peter Becker, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks, der in seinen interessanten Ausführungen die Preiserhöhungen für Backwaren verteidigte. Hauptgrund seien die exorbitant gestiegenen Beschaffungskosten für Rohstoffe wie Getreide und Milch sowie Energie, sagte Becker.
Nach Berechnungen der „Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle“ kostete ein Brot im Dezember 2007 durchschnittlich 8,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für 2008 hofft Becker darauf, dass die Preise „einigermaßen stabil“ bleiben. Insgesamt rechne er nach dem „außergewöhnlichen Jahr 2007“ mit einem „ordentlichen Jahr“ 2008. Vermutlich werden aber die Tariflöhne stärker steigen als die Produktivität. Für eine Branche, die vor allem von der Binnenkonjunktur abhängig sei, könne sich dies positiv auswirken. Insgesamt – so Beckers Einschätzung – kann das Bäckerhandwerk auf eine leichte Belebung hoffen. Ansonsten sieht Becker die Branche gut aufgestellt. Die Zahl der Betriebe sei „nur geringfügig“ zurückgegangen. Zugleich hätte das Bäckerhandwerk „erheblich mehr“ Lehrlinge eingestellt. Insgesamt bildet die Branche mittlerweile 37.000 Bäcker/-innen und Fachverkäufer/-innen aus. Im Bezirk der Bäcker-Innung Oldenburg ergänzte Obermeister Matthias Dannemann sei die Ausbildungsbereitschaft konstant hoch. Derzeit werden 178 Lehrlinge ausgebildet.
Scharfe Kritik äußerte Becker an der Verpackungsverordnung. Die Regelung sei „großer Schwachsinn“, weil sie einen „unnötigen Kostenblock“ darstelle für den es keine Gegenleistung gebe. Sie sei einzig „eine Gelddruckmaschine“ für das duale System.
Obermeister Dannemann appellierte an die Gäste, sich für eine Imageverbesserung der handwerklichen Bäcker einzusetzen. „Wir müssen die Stärken des Bäckerhandwerks wie die hohe Qualität und die fachkundige Beratung stärker in den Vordergrund rücken“. Ein Weg sei, etwa auf einen eigenen Sauerteig oder eine eigene Körnermischung zu setzen. Auch mit der Wiederbelebung alter Rezepte könne das Bäckerhandwerk gegen die industrielle Produkte punkten.
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