Baden & Württemberg
Landrat Handwerk schmackhaft gemacht
Innungschefs überreichen Neujahrsbrezel / OM Dierle zur Situation im Bäckerhandwerk

Beim Neujahrsempfang der Bäckerinnungen Kehl-Hanauer Land, Lahr, Wolfach und Offenburg (von links): OM Bruno Dierle, OM Otto Käufer, Landrat Klaus Brotbeck, OM Bruno Hochstein und OM Helmut König.
Er betonte in seiner Rede: „Unsere vier Bäckerinnungen im Ortenaukreis mit ihren 120 Mitgliedsbetrieben und über 1000 Beschäftigten versorgen die Bevölkerung mit qualitativ hochwertigen Backwaren. Dies ist eben der kleine feine Unterschied im Verdrängungswettbewerb mit den Discountern. „Noch haben Sie die Möglichkeit, Ihren Bäcker auszuwählen, der das Brot und die Brötchen nach dem Geschmack des Verbrauchers bäckt“, rief er den rund 500 Anwesenden im Landratsamt Offenburg zu .
Im vergangenen Jahr sei das Tagesgeschäft der Mitgliedsbetriebe noch einmal härter geworden, machte Dierle den Besuchern des Neujahrsempfangs klar. „Die enormen Preissteigerungen im Rohstoffbereich – bei Getreide, Saaten und Milchprodukten, sowie im Energiebereich – machen eine ständige Überprüfung der Kalkulation notwendig und haben zwangsläufig zu Preisanpassungen geführt.“
Das Bäckerhandwerk habe die Bundesregierung deshalb dringend aufgefordert, die Subventionen für die Verbrennung von Brot- und Futtergetreide durch das Erneuerbare Energiegesetz zurückzunehmen.
„Lebensmittel müssen Vorrang vor Energie-Erzeugung haben. Und es ist eine mehr als besorgniserregende Entwicklung, dass Saatgutzüchter bereits verstärkt auf die Produktion von stärke- und proteinreichen Sorten umstellen, um den Anforderungen der Bio-Ethanol-Erzeugern zu entsprechen“, nutzte Obermeister Dierle die Gelegenheit, über die bedrohliche Situation aufzuklären.
„Wir rufen nochmals die Vertreter von Politik und Wirtschaft auf, diese Entwicklung zu stoppen. Das Verbrennen von Lebensmitteln ist aus ethischen Gründen und angesichts der sich bereits jetzt schon weltweit abzeichnenden Lebensmittelknappheit unverantwortlich“, so Dierle.
Außerdem sei zu bedenken: „Das Engagement für unsere Region, Landschaft und Natur zeichnet unser Handwerk aus. Unterstützen Sie deshalb das gesamte Handwerk in Ihrer Gemeinde. Und kaufen Sie da ein, wo Ihre Kinder und Enkel einen Ausbildungsplatz bekommen“, gab Obermeister Bruno Dierle den kommunalen Größen mit auf den Weg.
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