Hessen

Lage ist freundlicher als vor einem Jahr

Versammlung der Innung Dieburg: Branchenentwicklung und Beitragsgestaltung


Semd (dtp). Ein Vortrag über die Entwicklung im Bäckerhandwerk sowie eine lebhafte Diskussion um die künftige Beitragsgestaltung für die Mitglieder standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Dieburg.

Obermeister Jürgen Kreher meinte in seinem Bericht, die traditionellen Bäckereien beurteilten ihre Geschäftslage freundlicher als noch vor einem Jahr. Ebenso haben die Zahl der Beschäftigten und Auslastungsgrad leicht über dem Vorjahresniveau gelegen. „Diese Entwicklung ist angesichts der harten Marktkonkurrenz durchaus als positiv zu bewerten, zumal sich die leichte Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt tendenziell positiv auf die Nachfrage von Qualitätsprodukten der Fachbetriebe auswirkt.“ Der Markt mit Bio-Produkten habe zweistellige Zuwachsraten und werde weiter zulegen. Er vertrete den Standpunkt, wenn Bio dann richtig und ganz. Es mache keinen Sinn, im Regal Bio-Brote neben Broten aus konventioneller Produktion anzubieten.

Die Innung habe 39 Mitgliedsbetriebe, es sei allerdings mit weiteren Betriebsschließungen zu rechnen. Im vergangenen Jahr sei auch der so genannte „Hefe-Pfennig“ letztmals und schon in deutlich reduzierter Größe eingegangen. Das führe dazu, über Entnahme aus Rücklagen und/oder Erhöhung des Mitgliedsbeitrags zu reden und eine Entscheidung zu finden. Mit Stolz berichtete OM Kreher darüber, dass im letzten Jahr sowohl Bäcker- als auch Verkaufslehrlinge aus Innungsbetrieben bei Innungs-, Kammer- und Landeswettbewerben ganz vorne mitgemischt haben und zu guten Plätzen bei den Bundes-Wettbewerben gekommen waren. Als besonderen Erfolg wertete Kreher, dass bei der Brotprüfung „erstmals nach langer Zeit“ mehr als hundert Proben angeliefert wurden. Die in der Tagespresse veröffentlichten guten Ergebnisse stellten Qualität und Image der heimischen Bäckereien positiv dar.

Ralf-Jürgen Keller, Betriebsberater des BIV Hessen, sprach über die Entwicklung im Bäckerhandwerk. Zum Thema Sortiment meinte er, wenn die Qualität gut sei, könne alles verkauft werden. Dennoch wäre eine zu hohe Vielfalt an Produkten vorhanden, „weniger ist mehr“. Optisch könne mit mehrfach täglicher Änderung der Präsentation viel erreicht werden. Was besonders für Randprodukte gelte. Die Kern- oder Kompetenzartikel hingegen sollten in ausreichender Menge ständig verfügbar sein.


Artikel vom 27.04.2007
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