Baden & Württemberg

Kostensteigerung im Visier

Herbstversammlung der Bäckerinnung Karlsruhe


Karlsruhe (it). Zu zwei großen Themen konnte Karl-Heinz Jooß, der Obermeister der Bäckerinnung Karlsruhe, die Mitglieder bei der Herbstversammlung begrüßen: Im ersten Vortrag sprach Matthias Schmitz von der Berufsgenossenschaft (BG) Nahrung über Veränderungen in der gesetzlichen Unfallversicherung. Während sich die Beiträge für die BG bisher aus den drei Bereichen Produktion, Vertrieb und Büro zusammensetzten, werde es ab 2008 nur noch zwei Bereiche geben. „Rein rechnerisch erhöht sich im Normalfall der Beitrag stark“, sagte Matthias Schmitz. „Besonders Betriebe mit vielen Filialen werden mehr bezahlen müssen.“ Außerdem würde von Pflicht- auf freiwillige Versicherung umgestellt.

Im zweiten Vortrag führte Jürgen Schweikert, der Beauftragte der Innung für Öffentlichkeitsarbeit, die neuen Anforderungen an angehende Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk, Bäckerei, die früher Bäckerei-Fachverkäuferinnen hießen, aus. Insgesamt seien in der Zwischenprüfung drei praktische Aufgaben zu bearbeiten: Verkaufsgespräch mit Warenkunde, Herstellung und Bewerbung eines Produkts, Herrichten und Präsentieren von Waren. „Das bedeutet bei den Fachverkäuferinnen Bäckerei, dass sie schön garnierte belegte Brötchen und ein Brot- oder Kuchenbufett richten müssen“, erläuterte Jürgen Schweikert.

Die Aufgaben der schriftlichen Zwischenprüfung bezögen sich auf die praktischen Aufgaben.

Karl-Heinz Jooß bedauerte, dass einige der Auszubildenden im Bäckerhandwerk nicht in der Lage schienen, den Anforderungen zu genügen. „Wir sind die Sozialarbeiter der Nation“, sagte er, „denn wenn wir uns nicht um sie kümmern, gehen sie unter.“ Manchmal liege es jedoch auch am Ausbildungsbetrieb, wenn eine Ausbildung schief gehe. Er berichtete, dass 17 Bäckergesellen, darunter drei junge Frauen, mit einer Durchschnittschnittsnote von 3,3 und 50 Bäckerei-Fachverkäuferinnen, darunter zwei junge Männer, mit einem Durchschnitt von 3,0 die Prüfung erfolgreich abgelegt hätten.

Er betonte, dass die Bäcker es ablehnten, für Brötchentüten Gebühren für die Entsorgung über den Grünen Punkt zu zahlen, da die meisten Bäckertüten mit dem Restmüll entsorgt würden. Da sich viele Rohstoffpreise in den letzten sieben Monaten erhöht hätten, sei es wichtig, „die Kalkulation zu überprüfen und die Preise weiterzugeben“, so Karl-Heinz Jooß.

Ute Sagebiel-Hannich, die Geschäftsführerin des Bäckerinnungsverbands Baden, berichtete von neuen Unterlagen zur Liquiditätsplanung und -sicherung. Sie wies auf Veränderungen im Sortiment hin: Der Anteil von Mischbrot am Verkauf sinke, der von Snacks steige. Wichtig sei, so Ute Sagebiel-Hannich weiter, dass in einer Bäckerei eine angenehme Atmosphäre herrsche durch Einrichtung, Dekoration und Service. Als wichtigsten Punkt erwähnte sie: „Die Bäcker definieren sich über die Produktqualität.“


Artikel vom 15.11.2007
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