Bayern

Kostensteigerung: Neue Kalkulation nötig

Obermeister Magerl auf der Versammlung der Bäckerinnung Regensburg-Kelheim


Bad Abbach (nik). Ein erfreulicher Geschäftsbericht, ohne Einwendungen gebilligte Regularien (Kassenbericht und Haushaltsplan) sowie die Ehrung von Obermeister Josef Magerl und dem früheren Obermeister der Bäckerinnung Kelheim, Josef Wiesbeck, waren die positiven Punkte der Hauptversammlung der Bäckerinnung Regensburg-Kelheim vor rund 40 Teilnehmern in Bad Abbach.

In seinem Bericht stellte Obermeister Josef Magerl den nach 1948 und 1970 zum dritten Mal in Regensburg veranstalteten Landesverbandstag, trotz der geringen Beteiligung der Innungsmitglieder, als „großen Erfolg“ heraus. „Es war eine großartige Demonstration der Stärke des Bäckerhandwerks“, betonte Magerl. Den verstorbenen Mitgliedern Rosa Deubel, Wörth/Donau und Max Geiger, Hausen wurde mit einer Schweigeminute ehrend gedacht.

Was den von der Politik viel beschworenen wirtschaftlichen Aufschwung anbelangt, stellte der Obermeister fest „wir Bäcker spüren davon nichts.“

Dabei werde sich das Problem eines immer späteren Ladenschlusses verstärken, prognostizierte Josef Magerl. Durch den wirtschaftlichen Zwang aufgrund der Verödung der Zentren zunehmend Filialen in Vorkassenzonen von Supermärkten zu eröffnen, sei das Handwerk gezwungen, seine Öffnungszeiten denen des jeweiligen Großmarktes anzupassen. Wie Obermeister Magerl erläuterte, bedeute dies in den Abendstunden meist hohe Kosten bei minimalen Umsätzen. Weiter kritisierte er die geplante Ausweitung der Verpackungs-Verordnung auf das Bäcker- und Metzgerhandwerk und stellte fest: „Tüten werden dann bis zu 70 Prozent teurer.“

„Auto fahren ist der Politik offensichtlich wichtiger als Essen“, beklagte Obermeister Magerl eine weiterhin drohende Mehlpreiserhöhung aufgrund der Verarbeitung von Getreide zu Bio-Ethanol, also Treibstoff für Autos. Angesichts dieser zunehmend bedrohlichen Entwicklung gelte es für das Bäckerhandwerk noch enger zusammen zu rücken und vor allem gegenüber den Kunden seine Kompetenz als Hersteller von Nahrungsmitteln mit regionalen Ursprung aus eigener Produktion und hoher Qualität herauszustellen, rief der Obermeister die Kollegen auf. Angesichts der enormen Kostensteigerungen in allen Bereichen , von den Rohstoffen bis zur Energie, rief Josef Magerl dazu auf, dringend die Kalkulationen sämtlicher Backwaren zu überprüfen. „Wer nicht richtig kalkuliert läuft in Gefahr vom Markt zu verschwinden“, wies er auf den drohenden geschäftlichen Untergangs hin.

Für seine 25-jährige Tätigkeit als Obermeister und sein vielfältiges weiteres Engagement für das Bäckerhandwerk wurde Josef Magerl vom stellvertretenden Landesinnungsmeister Manfred Gebel geehrt.

Josef Wiesbeck, bis zur Fusion mit der Innung Regensburg im Jahr 2006 Obermeister und langjähriges Vorstandsmitglied der Bäckerinnung Kelheim, seit 1991 auch im Bäko-Aufsichtsrat tätig, wurde von der Hauptversammlung einstimmig zum Ehrenmitglied der Innung ernannt.


Artikel vom 25.10.2007
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