Bayern
Klare Ziele und positives Image im Visier
Pfarrer Wolfram Lehmann bereicherte Versammlung der Bäckerinnung Hof

Obermeister Harald Friedrich und Pfarrer Wolfram Lehmann auf der Versammlung der Innung Hof. Foto: Stumpf
Die Bedeutung derartiger Aktionen unterstrich Obermeister Harald Friedrich in seinen Rechenschaftsbericht: „Wir müssen permanent an unserem Image arbeiten und unsere Kompetenz als Hersteller von Nahrungsmitteln mit regionalem Ursprung in hoher Qualität vermitteln.“ Mit der Gott-sei-Dank-Brot-Aktion sei die Bevölkerung auf die Wertigkeit des Brotes aufmerksam gemacht geworden.
Obermeister Friedrich verdeutlichte gleichzeitig, dass auch ganz andere Bilder des Bäckerhandwerks in Medien und Öffentlichkeit vorhanden seien. Er verwies auf Fernsehbeiträgen, in denen Handwerksbäcker als „Tütenbäcker“ bezeichnet würden. Diesem Image könne jeder Betrieb entgegen wirken. Er empfahl die Verwendung der Software bro:Tplus. „Rezeptverwaltung, Produktinformationen und Kalkulation können einfach erledigt werden.“
Erstaunlich hoch sind die Lehrlingszahlen im Innungsbezirk. Martin Sommermann wies auf die Imagekampagne der Bäckerinnung hin, die zum zweiten Mal auf der Ausbildungsmesse präsentiert wurde. Wie wichtig dies sei, verdeutlichte Obermeister Friedrich mit Blick auf eine Studie. Demnach habe das Bäckerhandwerk erhebliche Imageprobleme bei vielen Entscheidungskriterien der jungen Menschen. Er bat darum, durch eine sorgfältige Lehrlingsauswahl und -ausbilung dem entgegen zu wirken. „Jeder Ausbildungsbetrieb prägt das Image des Bäckerhandwerks.“ Der Landesinnungsverband unterstützt die Betriebe hier durch einen Einstellungstest, der Anfang Januar 2008 an die Mitgliedsbetriebe verteilt wird.
Zum Nachdenken angeregt hat in der Versammlung der Vortrag von Wolfram Lehmann, der als Pfarrer in der Gemeindeentwicklung im Dekanat Hof tätig ist. In seiner weiteren Tätigkeit hat er die Gott-sei-Dank-Brot-Aktion verantwortet. Im Vortrag wurde den Bäckern mal von einer ganz anderen Seite der Spiegel vorgehalten.
Die Frage, für was man arbeite, müsse zweigeteilt werden. Erfolgreiche mache der Erfolg vielleicht nicht satt. Erfolglose fragten nach dem Sinn, wenn sie nur Misserfolg hätten. Antworten auf diese Fragen zeigte Pfarrer Lehmann aus der Bibel auf. Er zitierte aber auch Managementtrainer Josef Schmidt, der Erfolg und Sinnlosigkeit so beschrieb: „Wen die Götter zerstören wollen, dem schicken sie 30 Jahre Erfolg.“ Krisen sind für Pfarrer Lehmann die Chance „das Gewohnte in Frage zu stellen“. Oftmals würde jedoch auch Gott für den Misserfolg schuldig gemacht. Er habe uns allerdings nicht versprochen, dass wir wirtschaftlichen Erfolg haben, wenn wir ihm nachfolgen“, sagte Lehmann. „Er hat uns Segen versprochen, aber nicht automatisch Erfolg.“ Erfolg im Bäckerhandwerk machte der Pfarrer an drei Punkten fest. Dies sind die Sorgfalt und das Engagement der Ladengestaltung, die freundliche Behandlung sowie die abwechslungsreiche Produktpalette.
Als Anregung gab Lehmann den Rat, sich Rückmeldung von Freunden zu holen. „Die sagen Ihnen die Wahrheit mit Liebe.“ Lehmann ist sich durchaus bewusst, dass nicht jeder Betrieb alles in einer absolut hervorragenden Qualität herstellen kann, jedoch müsse man auch Spezialitäten anbieten.
Pfarrer Lehmann erlaubte es sich auch, Hinweise für den Erfolg zu geben. Je klarer das Ziel sei, desto wahrscheinlicher sei der Erfolg. Er empfahl, sich die Ziele aufzuschreiben. Dies sei aber auch hart, da es dadurch messbar werde. Ziele müssten attraktiv, realistisch und terminiert sein.
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