Baden & Württemberg
Kenner der Branche geht in Ruhestand
Berater Theodor Rolf verabschiedet / Als Technikfachmann bundesweit anerkannt

Theodor Rolf (M.) mit seinen aktuellen und ehemaligen Chefs (von links): Ehrenlandesinnungsmeister Wolfgang Sautter, LIM Johannes Schultheiß, Geschäftsführer i.R. Dr. Heinz Nergert und LIV-Geschäftsführer Andreas Kofler.
Theodor Rolf genieße die Wertschätzung des gesamten Bäckerhandwerks, so Landesinnungsmeister Johannes Schultheiß in seinen Dankesworten. Auf Grund seiner umfangreichen technischen Kenntnisse im Bereich Betriebsstättenplanung und Organisation sei er zu einem Begriff in der Branche geworden und im gesamten Bundesgebiet anerkannt. Dass diese Wertschätzung auch durch das „Stellung beziehen und vertreten“ entstanden sei, hob LIV-Geschäftsführer Andreas Kofler lobend hervor. Dadurch sei die Zusammenarbeit in der Vergangenheit zwar nicht immer einfach gewesen, aber diese Kritikfähigkeit zeichne ihn besonders aus, so dass man fast schon von einer Marke „Rolf“ sprechen könne.
Für die Tätigkeit der technischen Betriebsberater sei Theodor Rolf auf Bundesebene der Vorreiter gewesen, so sein Kollege Ernst Schwefel vom Badischen Verband anerkennend. Rolf habe alle technischen Berater der Verbände umfassend in ihre Tätigkeit eingewiesen und so viele Multiplikatoren auf den Weg gebracht. Diese Einschätzung unterstrich auch Uwe Roland vom Verband Berlin/Brandenburg, der als weitest gereister Gast seine Anerkennung aussprach. In der Nach-Wende-Zeit habe Rolf mit seinem Wissen in den neuen Bundesländern regelrecht Entwicklungshilfe geleistet, wovon die Berater und Betriebe heute noch stark profitierten.
In seinem eigenen Rückblick beschrieb Theodor Rolf seinen beruflichen Werdegang. Als gebürtiger Kölner sei er nach seiner Bäckerlehre eine zeitlang als Schiffsbäcker unterwegs gewesen, bevor er die Meisterprüfung abgelegt und beim württembergischen Verband eine Anstellung gefunden habe. Zuerst arbeitete er als Fachlehrer und wuchs dann Stück um Stück in die betriebliche Beratungstätigkeit hinein, die sich im Lauf der Jahre stark gewandelt habe. Während seiner Zeit als Seemann habe er das Improvisieren gelernt, das ihm in seiner späteren Tätigkeit sehr nützlich wurde, so Rolf. Er hob auch hervor, dass er das Glück hatte, mit der Beratungstätigkeit nicht ins kalte Wasser geworfen worden zu sein, sondern dass der Verband ihn zuerst umfangreich gefördert und dann natürlich auch gefordert habe. Nur so – durch das Fördern und Fordern – bekomme man gute Mitarbeiter, aber diese Art der Vorgehensweise habe er in den vergangenen Jahren bei den Bäckern oft vermisst.
Nach seinen gewichtigsten Problemen während seiner Beratungstätigkeit befragt, meinte Theodor Rolf rückblickend im Gespräch, am meisten hätten ihn die Behörden beschäftigt. Aber er hatte auch gleich noch einen Tipp parat, wie die Bäcker mit der Verwaltung umgehen sollten: „Nichts gefallen lassen und rechtzeitig reagieren, bevor der Karren in den Dreck gefahren ist. Das heißt, sich bewegen, bevor der schriftliche Bescheid auf dem Tisch liegt.“
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