Bayern

Junge Meister und die Kunst des Brotes

Frischgebackene Meister auf Versammlung der Innung Berchtesgadener Land geehrt


Bad Reichenhall (wah). „Erfreulich ist, dass im Innungsgebiet die Zahl der Betriebe gleichgeblieben ist“, berichtete Obermeister Herbert Zechmeister bei der Jahreshauptversammlung der Bäckerinnung Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall. Grund zur Freude gab es auch dadurch, dass fünf neue Bäckermeister und eine Verkaufsleiterin geehrt werden konnten.

Außerdem sei das Bäckerhandwerk in Bayern seiner Verpflichtung zur Ausbildung mit 7682 Auszubildenden wieder voll und ganz nachgekommen. Es wurden dabei sogar 5,7 Prozent Lehrlinge mehr ausgebildet als im Vorjahr.

„Gerade wenn es um Imagewerbung geht, sollten wir die Verbraucher immer wieder darauf hinweisen, dass sie mit dem Einkauf bei ihrem Bäcker auch wesentlich dazu beitragen, die Arbeitsplätze in der Region zu erhalten und Ausbildungsplätze für die eigenen Kinder und Enkel zu schaffen“, sagte der Obermeister.

Derzeit stehen im 1. Lehrjahr insgesamt 36 Bäcker/innen und Verkäuferinnen in Ausbildung, im 2. Lehrjahr sind dies 29 und im 3. Lehrjahr 41 Auszubildende. Die Innung verfügt über 32 Ausbildungsbetriebe; 2006 haben 21 Betriebe ausgebildet.

Jede Innung braucht junge Meister, daher zeigte sich Herbert Zechmeister sehr erfreut, dass gleich fünf junge Männer die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk erfolgreich abgelegt haben. An die jungen Bäckermeister überreichte der Obermeister den traditionellen Meisterkrug. Erstmals konnte auch eine Verkaufsleiterin mit einem Blumenstrauß und einem Präsent ausgezeichnet und geehrt werden.

Auf die Preisentwicklung eingehend, meinte Zechmeister, ließen im Jahr 2006 die sprunghaft angestiegenen Mehlpreise, sowie die stark angezogenen Preise für Treibstoff und Energie, vielen Betrieben keine andere Wahl, als die Preise den Gegebenheiten anzupassen. Wer hier dennoch glaubt, das alte Niveau beibehalten zu können, wird mit stark sinkenden Erträgen rechnen müssen.

„Wir müssen wegkommen von der Einstellung, dass unsere Produkte Massenartikel sind, die nur geringe Wertschätzung erfahren. Wenn wir es schaffen, unseren Kunden zu vermitteln, dass wir hochwertige Nahrungsmittel mit Genusswert herstellen, haben wir in Zukunft größere Chancen gegenüber der Industrie, den Discountern und den Abbackstationen“, so Zechmeister.

Als Beispiel nannte er eine Bäckerei in Italien, über deren Eingang in großen Buchstaben „L'arte del Pane“ stand, was übersetzt soviel wie die „Kunst des Brotes“ bedeutet. Der Laden war entsprechend eingerichtet, die Produkte waren sichtlich von höchster Qualität und wurden entsprechend präsentiert. Der Preis erschien in diesem Umfeld normal, obwohl er für italienische Verhältnisse überdurchschnittlich hoch war, dennoch war die Frequenz sehr gut.

„Nur wenn wir unseren Kunden das Besondere bieten, werden wir es schaffen, sie auf Dauer an uns zu binden. Nicht zufrieden stellen, sondern begeistern, muss unser Ziel sein. Hierbei gibt es in jedem Betrieb noch viele Verbesserungsmöglichkeiten.“ Obermeister Zechmeister riet seinen Berufskollegen, sich in anderen Gegenden umzusehen und an Schulungen teilzunehmen. Auch die Fachpresse könne immer wieder neue Impulse setzen.


Artikel vom 18.01.2007
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