Bayern

Josef Magerl zum Obermeister gewählt

Erste Versammlung der fusionierten Bäckerinnung Regensburg-Kelheim


Bad Abbach (nik). Die Bäckerinnungen Regensburg und Kelheim werden künftig gemeinsam die Interessen ihres Berufsstands vertreten. In der ersten gemeinsamen Hauptversammlung der Ende 2005 fusionierten Innungen wurde der bisherige Regensburger Obermeister Josef Magerl einstimmig auch zum Obermeister der neu gebildeten Bäckerinnung Regensburg-Kelheim gewählt. Er bezeichnete den Zusammenschluss als zukunftsweisend.

Zu der Versammlung im Gasthaus Zirngibl in Bad Abbach hatten sich ca. 60 Prozent der inzwischen 73 Mitgliedsbetriebe zählenden fusionierten Innung eingefunden. Sie wählten folgenden Innungsvorstand: Obermeister Josef Magerl, Stellvertreter Andreas Reisinger (Kelheim) und Karl Jobst (Regensburg); dazu sechs Beiräte aus Regensburg: Hans Deubel, Wörth/Donau; Franz Landstorfer, Sinzing; Rudolf Weber, Regensburg; Hans Jobst, Eilsbrunn; Werner Altmann, Schönhofen; Albert Schmidbauer, Alteglofsheim und drei Beiräte aus Kelheim: Heinz Müller, Bad Abbach; Richard Frank, Riedenburg und Karl Beck, Lanquaid. Geschäftsführer der Innung bleibt weiterhin Hans Graf. Er betonte: „Die Innung selbstständig zu führen ist immer besser, als von der Kreishandwerkerschaft abhängig zu sein“.

Geschäftsführer Graf gab bekannt, dass die neue Innung aufgrund der von Regensburg eingebrachten hohen Rücklagen finanziell auf einer guten Basis stehe. Er fügte hinzu, allein die Einnahme aus Zinsen betragen jährlich rund 6000 Euro. Das Innungsbüro im ehemaligen Bäko-Haus in Regensburg stehe der Innung, vertraglich abgesichert, weitere 16 Jahre mietfrei und ohne Aufwendungen für sämtliche Nebenkosten zur Verfügung. Deshalb könne weiterhin der günstige Innungsbeitrag von monatlich 6 Euro plus 7 Euro für den LIV und je Beschäftigtem 1 Euro beibehalten werden.

Als entscheidende Ausgaben der Innung nannte der Geschäftsführer 72 Euro je Betrieb an den Landesinnungsverband und 40 Euro an die Kreishandwerkerschaft. Dazu kommen noch prozentualen Ausgaben aus der Lohnsumme an den LIV. So habe allein die Innung Regensburg jährlich 3600 Euro Grundbeitrag (50 × 72 Euro) und 4400 Euro aus der Lohnsumme, also insgesamt rund 8000 Euro an den LIV bezahlt.

Einstimmig wurde die neue Satzung beschlossen, in der festgelegt wurde, dass die Innung den Namen Regensburg-Kelheim führt, den Geschäftssitz in Regensburg hat und die Landkreise Regensburg und Kelheim umfasst. Als neue Wahlperiode des Vorstands wurden fünf statt bisher drei Jahr festgelegt.

Der bisherige Kelheimer Obermeister, Josef Wiesbeck, begrüßte zu Beginn der Versammlung drei neue junge Bäckermeister: Daniel Frank, Riedenburg; Stefan Kindl, Tengen und Karl-Heinz Müller, Bad Abbach. Wiesbeck bedankte sich bei den Mitgliedern der Innung Kelheim für das ihm in langjähriger Innungsarbeit – zuletzt drei Jahre als Obermeister – entgegengebrachte Vertrauen und rief die Kollegen dazu auf, sich weiterhin in der Innung zu engagieren, denn nur dann könne auch der Bayerische Bäckerverband nach außen Stärke zeigen.

Nach einigen kritischen Sätzen zur gegenwärtigen Wirtschaftspolitik – „die Stimmung sei zwar angeblich besser, aber geändert hat sich nichts“ – und der geäußerten Skepsis, all zu große Verbesserungen werden kaum eintreten und die Erhöhung der Umsatzsteuer werde nur die Schwarzarbeit fördern, ging Obermeister Josef Magerl auf das Handwerk ein und zweifelte die vom LIV ermittelten Umsatzsteigerungen im Bäckerhandwerk an. Er verwies auf sinkende Erträge und erinnerte an einen gewaltigen Investitionsstau in manchen Betrieben.

Die kontinuierlich sinkende Zahl der backenden Betriebe zeige eine bedenkliche Entwicklung auf, denn damit würden auch die Innungen immer kleiner und auch ihre Zahl geringer. Deshalb sei der Zusammenschluss der Innungen Regensburg und Kelheim geradezu richtungsweisend, stellte Josef Magerl fest.

Er bedauerte, dass es, aufgrund des Widerstands der Kreishandwerkerschaft, wegen der von der Kammer geleisteten Subventionszahlungen nicht gelungen sei, auch die Bäckerinnung Schwandorf mit ihren 100 Mitgliedsbetrieben, wie geplant mit einzubinden.


Artikel vom 24.05.2006
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