Bayern

Jochen Meyer ist neuer Obermeister

Außerordentliche Versammlung der Bäckerinnung Erlangen


Erlangen (dag). Die Erlanger Bäckerinnung hat einen neuen Obermeister: Jochen Meyer wurde bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im „Haus des Handwerks“ zum Nachfolger von Gerhardt Maier gewählt, der schon bei der letzten Wahl seine Absicht angekündigt hatte, sich heuer aus der Vorstandschaft zurück zu ziehen.

Die Suche nach einem neuen Innungschef schien einige Zeit schwierig. Unter den Aktiven hatte keiner Zeit. Doch nun ist der von Maier erhoffte Generationswechsel vollzogen. Denn mit Meyer fand sich ein auch im kaufmännischen Part ausgebildeter Kollege, der gegen Fusionen ist und von dem man sich erhofft, dass er auch bei jüngere Kollegen Interesse am Innungsgeschehen weckt.

Mit Siegfried Beck (stellv. Obermeister), Harald Böhm (Lehrlingswart), Peter Bräun, Hubert Galster, Gerald Hußnätter und Werner Fumy ist die neue Vorstandschaft der Erlanger Bäckerinnung wieder voll einsatzfähig.

Der neue Erlanger Obermeister legte 1994 als Innungsbester seine Gesellenprüfung ab und schnitt beim Kammerentscheid als Viertbester von ganz Bayern ab. 1997 machte er in Lochham seinen Meister und setzte 1998/99 noch den Betriebswirt in Nürnberg drauf. Inzwischen leitet er mit seinem Vater Friedrich-Karl Meyer den Erlanger Betrieb. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Mit seinem Rückzug wollte Gerhardt Maier den Weg frei machen für neue Ideen. Er dankte für die Unterstützung, die im die Kollegen bei seiner Arbeit als Obermeister gewährten und versprach seinem Namensvetter, trotz gesundheitlicher Probleme (die seine Rückzugspläne verstärkten), er werde ihm gerne mit seinem Erfahrungsschatz zur Seite stehen. Obwohl er auch aus der Vorstandschaft ausscheide. „Meyer soll ganz frei arbeiten können“, erklärte Maier.

Innungsgeschäftsführer Wolfgang Mevenkamp klagte in seinem Bericht über die häufigen Sonderrundschreiben des Landesinnungsverbandes. Man sei in der Kreishandwerkerschaft dadurch sehr beschäftigt. Hier müsste der LIV zu Direkt-Mail greifen, empfahl er. Erneute Kosten für die Geschäftsleitung wie für die Innungsmitglieder befürchtet Mevenkamp durch die Forderung des LIV, eine weitere Fachzeitschrift, die seit einiger Zeit als neues Innungsorgan fungiert, zu abonnieren. In anderen Gewerken sei im Beitrag des LIV die Zeitung mit enthalten. Er will dies bei der Obermeistertagung und mit LIV-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Filter diskutieren.

Kollege Ernst Neudecker empfindet es als Unding, dass einem vorgeschrieben werde, welche Zeitung man zu abonnieren habe. Zudem seien die Informationen, die er von der Konditoreninnung erhalte, quantitativ und qualtitativ denen der Bäcker überlegen.

Gastredner Michael Reif vom Schweizer Institut für Betriebsführung (IBF) gratulierte der Innung zur Wahl ihres neuen Obermeisters, denn mit ihm sei nicht nur die handwerkliche, sondern auch die kaufmännische und betriebswirtschaftliche Seite abgedeckt. Und dies sei heutzutage doch unerlässlich. In seinem Vortrag versuchte Reif die Bäcker sensibel für eine allumfassende Unternehmensplanung zu machen. Dazu gehöre, sich auch über den Ist-Zustand, die Personalkosten, Vermögen, Schulden, Investitionen, etc. ihres Betriebes kundig zu machen, um eine solide Unternehmensplanung zu bekommen.

Hierzu bietet das IBF mit seinem Unternehmensberater Hans Harald Engels, der für den mittelfränkischen Raum zuständig ist, ihre Hilfe an.


Artikel vom 14.10.2005
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