Sachsen
Jetzt ist stetige Weiterbildung gefragt
Freisprechung der Bäckerinnungen Riesa-Großenhain/Döbeln und Meißen

Anja Leine, Katrin Bergmann, Romy Ramm und Katja Pötzsch (v.l.n.r.) wurden als beste Lehrlinge geehrt. Nicht im Bild ist Katharina Tittel, die ihre Lehre vorzeitig abschloss. Foto: Dreilich
Den Veranstaltungsort im sächsischen Weinort Diesbar-Seußlitz hatten die Innungen aus gutem Grund gewählt. „Wir befinden uns hier gewissermaßen auf neutralem Boden und halber Strecke zwischen Meißen und Großenhain“, sagte der Meißner Obermeister Peter Liebe.
Er begrüßte die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen und beglückwünschte sie dazu, ihren „verdienten Lohn für drei Jahre Mühe“ zu empfangen. „Aber vielleicht waren es ja auch drei schöne Jahre.“ Zufrieden zeigte sich Peter Liebe angesichts der im Vergleich zum Vorjahr sehr guten Leistungen der Prüflinge. „Wir sind stolz darauf, nun wieder einige von ihnen guten Gewissens zum Landesleistungswettbewerb schicken zu können.“
Matthias Brade, der Obermeister der Innung Riesa-Großenhain/Döbeln, zitierte einen aus dem Jahre 1684 stammenden Passus aus der Ausbildungsverordnung seiner Innung. „Unter Paragraph sieben war damals die zweijährige Wanderschaft vermerkt“, sagte Brade. „Auch Sie sollten darüber nachdenken, zunächst anderenorts Berufserfahrung zu sammeln.“ Wer immer nur im selben Betrieb arbeitet, habe geringe Chancen, andere Verfahren und andere Chefs kennen zu lernen. Um so wichtiger sei es dann, Weiterbildungsangebote der sächsischen Bäckerfachschule zu nutzen.
Wer von seinem Lehrbetrieb nicht in ein Arbeitsverhältnis übernommen wird, sollte das als Chance begreifen. „Gehen Sie nicht ins Arbeitsamt, sondern kümmern Sie sich selbst um Arbeit“, riet Brade den jungen Facharbeitern. „Viele Betriebe suchen gute Fachkräfte, deutsche Bäcker sind auch im Ausland gefragt.“
Kontinuierliche Weiterbildung empfahl den jungen Leuten Claus Dietrich, der Präsident der Handwerkskammer zu Dresden. Er machte sie auf die Begabtenförderung aufmerksam, durch die bis zu 5.100 Euro als Unterstützung ausgereicht werden können.
Die besten Chancen, in den Genuss dieser Förderung zu kommen, haben fünf junge Damen, die sowohl ihren männlichen Kollegen sowohl bei der Ausbildung zum Bäcker als auch zur Fachverkäuferin den sprichwörtlichen Schneid abkauften.
Als Beste Jungfacharbeiter wurden die Bäckerinnen Anja Leine, Katrin Bergmann, Romy Ramm und Katharina Tittel ausgezeichnet. Beste Verkäuferin war Katja Pötzsch. Mit einem Durchschnitt von 1,6 verfehlt Katrin Bergmann die Bewertung „sehr gut“ nur um Haaresbreite.
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