Hessen
Jetzt gilt es, auf Fortbildung zu setzen
Gemeinsame Freisprechungsfeier der Bäcker- und Fleischerinnung Odenwaldkreis

Als Innungsbester der Sommerprüfung und frisch gebackener Landessieger 2007 in Hessen wurde Björn Vetter doppelt geehrt. Fotos: dt-press
Acht Verkaufs- und sechs Bäckerlehrlinge hatten ihre Lehrabschlussprüfung erfolgreich abgelegt. Sie erhielten ihre Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe ausgehändigt, hinzu kamen gute Wünsche und Empfehlungen für die weitere berufliche und private Zukunft.
Vor zahlreichen Persönlichkeiten aus dem wirtschaftlichen Umfeld der Region begrüßte Obermeister Ludwig Schmitt (Bäcker) die jungen Leute als die besonderen Gäste des Abends in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal. Er sagte, der Gesellenbrief sei ein wertvolles Papier für die weitere berufliche Entwicklung. Zusätzlich auch eine Erinnerung an den ersten beruflichen Abschnitt des Lebens. Er ließ keinen Zweifel daran, dass das Lernen, um ständig auf dem Laufenden zu sein, im Grunde nie aufhöre. Es habe sich mit dem Ende der Ausbildung und höherer Entlohnung auch die Verantwortung in deutlicher Weise vergrößert. „Wer sich bemüht, über den Tellerrand zu schauen, hat gute Chancen“, machte Schmitt Mut und verwies auf die vielen Aktivitäten welche im Handwerk für Schulung und Verbesserung zur Verfügung stehen. „Es gibt im Handwerk kein 'Meister-Eder-Syndrom' einer beschaulichen Werkstatt im Hinterhof. Handwerkliche Berufsbilder sehen anders aus.“
Dekan Stefan Arras vom Evangelischen Dekanat Odenwald hielt die Festrede. Er meinte, gute Nahrung sei selbstverständlich geworden. Aber die Menschen, die dahinter stehen, würden oft vergessen. Mit der Darstellung, welchen hohen Wert Brot und Fleisch bereits im Alten Testament, bei Noah und der Sintflut hatten, zog er Vergleiche zur Gegenwart. Mit Hinweisen darauf, dass diese Handwerke doch so alt und so traditionell sind und dass zum Beispiel Brot auch in Gebeten anderer Religionen seinen Platz hat, untermauerte er seine Angaben.
Er habe auf der Website der Bundesagentur für Arbeit „die Darstellung der Berufe Bäcker und Fleischer als sehr verstaubt“ empfunden. Die Menschen hier zu erleben sei viel besser und näher an der Realität.
Fachlehrer Werner Helm gab seiner Freude Ausdruck, dass alle der Schüler, die sich zur Prüfung angemeldet auch bestanden hatten. Er hoffe, sie haben in der Schule gelernt, weiter ohne Schule zu lernen.
Bei der Ausgabe der Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe wurden zusätzlich Innungsbeste vorgestellt und ausgezeichnet. Alle erhielten einen Gutschein der SHB, und wo die Noten es erlaubten, gab es einen Scheck aus dem Topf der Bäko Süd-West-Stiftung zur Förderung des Nachwuchses im Bäckerhandwerk. Der wurde, verbunden mit Glückwünschen, von Direktor Reiner Jung überreicht.
Als Innungsbeste der Verkäuferinnen wurde Emine-Nur Akkaya ausgezeichnet. Sie war in der Bäckerei Mario Hilbert (Breuberg) ausgebildet worden.
Bester Bäcker aus der Sommerprüfung war Björn Vetter, der in der Bäckerei Burkhard Horn (Frankisch-Crumbach) gelernt hatte. Was vorher niemand hatte wissen können: Vetter war einen Tag zuvor als Teilnehmer beim Praktischen Leistungswettbewerb der Jugend in Kassel als Landessieger 2007 in Hessen hervor gegangen. Auch dafür wurde er gelobt und seine Leistung gewürdigt. Innungsbester Bäcker aus der Winterprüfung war Sven Lautenschläger. Er wurde im elterlichen Betrieb Wilfried Lautenschläger (Mossautal) ausgebildet.
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