Bayern

Innungsprodukte erfolgreich vermarktet

Vorstandsteam der Innung München um OM Heinz Hoffmann im Amt bestätigt


Taufkirchen (ke). Seinen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr leitete Obermeister Heinz Hoffmann mit den aktuellen Zahlen des bayerischen Bäckerhandwerks ein. Denn die Frühjahrsumfrage des Landesinnungsverbandes zeige bereits eine Verbesserung der Situation, auch wenn weiterhin Betriebe vom Markt verschwinden. Zu Beginn des Jahres gab es in Bayern noch 3402 Bäckereien, also 57 weniger als noch vor einem Jahr. In der Münchner Innung blieb die Mitgliederzahl mit 83 (-1) nahezu konstant, wobei zwei Übertragungen und ein Neuzugang zu verzeichnen waren.

Im Freistaat werden derzeit rund 7600 junge Menschen ausgebildet. In der Landeshauptstadt wurden im vergangenen Jahr 88 Auszubildende im Bäckerhandwerk und 83 Verkäuferinnen neu in die Lehrlingsrolle eingetragen. Bei vielen Jugendlichen vermisse er allerdings die unabdingbar notwendige Ausbildungsfähigkeit und -bereitschaft. Ein großer Teil davon wird nur Bäcker oder Bäckereifachverkäuferin, weil sie keine andere Lehrstelle gefunden haben. Hoffmann: „Wir brauchen nicht mehr, sondern bessere Lehrlinge“. Hier soll die Kampagne „Au Backe … Zukunft?!“ helfen, die auch in den nächsten zwei Jahren kraftvoll weitergeführt werde. Die Bäckerinnung München organisiert hierzu einen Modewettbewerb und die Produktion eines Dokumentationsvideos über das Bäckerhandwerk.

In der LIV-Frühjahrsumfrage gaben rund 46 Prozent der befragten Betriebe an, dass sie im abgelaufenen Wirtschaftsjahr einen Umsatzzuwachs verzeichnen konnten. 35 Prozent der Backunternehmen verbesserten ihr Betriebsergebnis. Einen Nachfrageanstieg im 1. Quartal 2006 registrierten 29 Prozent der befragten Bäckereien und gar 23 Prozent konnten im vergangenen Jahr Preiserhöhungen durchsetzen. Das sei auch notwendig, da Energie- und Rohstoffpreise drastisch gestiegen sind. Hoffmann forderte die Anwesenden der Versammlung auf, ihre Preise ggf. neu zu kalkulieren: „Wir brauchen nicht mehr Umsatz, sondern bessere Erträge“.

Damit Innungsbäcker dies erreichen, sollten sie sich auf ihr handwerkliches Können besinnen. „Wir müssen eine schmeckbar bessere Qualität produzieren, dann akzeptiert der Verbraucher auch die höheren Preise“, appellierte der Obermeister. „Handwerksbäcker können deutlich mehr, als Teiglinge aufbacken“. Wer hierbei Unterstützung braucht, könne sich auf die Innung verlassen. So bietet die Akademie in Lochham Kurse zum Thema Backtechnik oder Brotentwicklung an. Die Innung hat mit dem Brot „Blütenkruste“, das gerade jetzt wieder beim Kunden gut ankommt, oder dem „Münchner-Kindl-Stollen“ Produkte kreiert, die es nur beim Innungsbäcker gibt. Mit großem finanziellen Aufwand habe die Innung in den vergangenen zwei Jahren die Markteinführung der neuen Backwaren betrieben, Werbeagenturen mit der Vermarktung beauftragt und den teilnehmenden Betrieben kostenlose Werbepakete zur Verfügung gestellt. Mitglieder sollten sich diese – und andere Aktivitäten, die über ihre Beiträge finanzieren – nicht entgehen lassen. Immerhin wurden von Seiten der Innung sowohl für die „Blütenkruste“ als auch den „Münchner-Kindl-Stollen“ rund 30.000 Euro ausgegeben. Hoffmann verwies auf „einen unserer größten Betriebe“, der Ende letzten Jahres trotz aller Skepsis erstmalig den „Münchner-Kindl-Stollen“ produziert hat und so den Umsatz mit Stollen um 15.000 Euro steigern konnte.

Nach der Vorstellung der Jahresrechnung 2005 und des Haushaltsplans 2006 durch Gerhard Müller sowie dem Bericht von Rechnungsprüfer Franz Ehrnthaller wurden Geschäftsführung und Vorstand einstimmig entlastet. Für die nächsten fünf Jahre bestätigten die 22 stimmberechtigten Teilnehmer ihren Obermeister Heinz Hoffmann, dessen Stellvertreter Heinz Traublinger jun. sowie die vier Vorstandsmitglieder Georg Brücklmaier, Heinrich Sturm, Gerhard Müller und Martin Ziegler im Amt. Rechnungsprüfer bleiben Martin Wimmer und Franz Ehrnthaller. Dem Gesellenprüfungsausschuss unter Vorsitz von Christian Zerlin und Martin Reichertzer gehören Eduard Floß, Heinrich Sturm und Steffen Lossagk an.


Artikel vom 22.06.2006
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