Regional

Innung präsentiert die Brezeln zur Fußball-EM

Aktionen, steigende Rohstoffpreise, drohender Lehrlingsmangel die Themen bei der Innung Zollernalb


Baden & Württemberg

:Dürrwangen (gt). Ein schöner Vertrauensbeweis wurde den Bäckermeistern Franz Koch, Thomas Koch und Pius Horn zuteil: Einstimmig wurden die drei Vorstandsmitglieder bei der Versammlung der Bäckerinnung Zollernalb für weitere drei Jahre an die Spitze ihrer berufsständischen Organisation berufen.

Den Reigen der Berichte eröffnete OM Alfred Schweizer mit seinem Rechenschaftsbericht über die erfolgreiche Dinkel-Fit-Aktion, die öffentliche Brotprüfung in der Volksbank Ebingen und die beim Tag der offenen Tür eingerichtete Kinderbackstube bei der Lebenshilfe Bisingen.

Ein erfolgreiches Jahr

Für die meisten Betriebe sei das Jahr 2007 mit einem Umsatzplus von drei Prozent ein erfolgreiches Jahr gewesen. Mit Blick auf die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft kündigte Alfred Schweizer dazu unter dem Motto „Zum Glück gibt es noch echte Bäcker“ eine eigens von den Bäckern kreierte EM-Brezel mit dazu passender Tüte an.

Unter dem Beifall der Versammlung überreichte er der Württembergischen Brezelkönigin Stefanie V. ein Körbchen mit den ersten EM-Brezeln zur Verkostung.

Die von GF Gerolf Otto vorgetragene Jahresrechnung 2007 fand die ungeteilte Zustimmung der Versammlung. Grünes Licht erhielt auch der Haushaltsplan 2008 nachdem die Versammlung eine Erhöhung des Grundbeitrages von bisher 90 auf 115 Euro beschlossen hatte. Die Erhöhung war notwendig geworden, weil die Innung kleiner geworden ist. Waren es im Jahre 2007 noch 39 Mitglieder, werden es im Jahr 2008 nur noch 34 Mitgliedsbetriebe sein.

Einspruch gegen BGN-Beitrag

Wegen der anhaltenden Preis-Diskussion verwies Frank Sautter, stellv. Geschäftsführer des LIV Württemberg, darauf, dass allein wegen der gestiegenen Preise für Rohstoffe und Energie spätestens im September 2007 eine Preiserhöhung von 10 Prozent notwendig gewesen sei. Wegen der von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten (BGN) deutlich erhöhten Beiträge gab er den Kollegen den Rat, zunächst Einspruch dagegen einzulegen.

Nachwuchsmangel vorhergesagt

Für die Zukunft kündigte Frank Sautter einen heftigen Mangel an gutem Berufsnachwuchs an. Ursache dafür seien die rückläufige Zahl der Geburten. Bereits ab 2010 würden geburtenschwache Jahrgänge die Schulen verlassen. Den Kollegen gab Frank Sautter im Umgang mit den Auszubildenden den guten Rat: „Nicht ausbeuten sondern ausbilden.“ Über die ganze Palette der Bestimmungen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz informierten Dr. med. Ulrike Harrer und Bert Göthel vom Kompetenzzentrum der Berufsgenossenschaft. Die Hautärztin und der Spezialist für Arbeitssicherheit berichteten detailliert über alle sichtbaren Anzeichen möglicher Krankheiten und Allergien im Bäckerhandwerk.

Arbeitsschutz ist Chefsache

Nur wer rechtzeitig in ärztliche Behandlung komme, dem könne auch geholfen werden. Zu den Grundpflichten des Arbeitgebers gehöre auch der Arbeitsschutz. Deshalb werde bei Verletzungen immer auch die Frage gestellt, ob das Unternehmen eine Mitschuld treffe. Die Berufsgenossenschaft sei gern bereit, die notwendige Gefährdungsbeurteilung im Betrieb unentgeltlich durchzuführen.

Einen interessanten Einblick in die Welt der Rohstoffe, die Ursachen für deren Verknappung und mitunter explosiven Preissteigerungen gab Bäko-Vorstand Joost Bremer. Während früher kurzfristige Veränderungen (Dürre oder Überschwemmungen) zu Engpässen geführt hätten, seien es heute langfristige Veränderungen (Zerstörung landwirtschaftlicher Flächen, falsche Nutzung von Lebensmitteln) die eine Verknappung von Lebensmitteln bewirken. Zu Preissteigerungen komme es darüber hinaus auch durch eine bessere Vermarktung in den Erzeugerländern, eine weltweite Markt-Transparenz und durch Spekulanten.


Artikel vom 09.05.2008
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