Bayern
Innung Nürnberg ist offen für Fusionen
Fürther Vorstandsmitglied Witte in Ausschuss gewählt / Mitgliederzahl gesunken

Stehen Fusionen offen gegenüber: Obermeister Manfred Kerschbaum (hinten, Mitte) und die Nürnberger Vorstandschaft. Foto: Buchmann
Laut Geschäftsführer Markus Gstader sehen direkte Nachbarn noch keinen Anlass zur Fusion; er hofft aber auf „eine neue Zeitrechnung“. Das Beispiel der Bäckerbank und der VR-Bank zeige, wie erfolgreich eine Fusion sein kann.
Kassier Christian Albert (der für 2007 einen Etat im Umfang von 135.000 Euro – nach 142.000 im Vorjahr – vorlegte) findet: „Man kann keinen zwingen“. Ob eine Innung wie Hersbruck mit nur noch einer Hand voll Aktiver aber sinnvoll sei, sei fraglich.
Dass die Mitgliederzahl in Nürnberg den stärksten Einbruch seit dem Jahr 2000 erlebt hat, begründete Markus Gstader mit Krankheit, Insolvenzen und Betriebsaufgaben. Er berichtete auch über erfolgreiche Veranstaltungen – etwa die Brot- und Semmelprüfung (73 bzw. 17 getestete Proben, acht Goldmedaillen), die Weihnachtsspendenaktion (je 1500 Euro für krebskranke Kinder und die Flugrettung) oder den Bäckerball. Apropos: Er wies Gerüchte zurück, wonach den nächsten Ball am 26. Januar 2008 die HWK organisiere; Kartenreservierungen nehme er bereits entgegen.
Nicht ganz so positiv fiel der Rückblick im Lehrlingsbereich aus. So traten im Vorjahr 28 Bäcker und 46 Fachverkäuferinnen zur Prüfung an, 22 bzw. 36 erfolgreich. Drei bzw. zehn bestanden zudem die Winter-Abschlussprüfung.
Lehrlingswart Uwe Walzel appellierte an die Betriebe, auf Qualität statt auf Quantität zu setzen: „Bilden sie lieber weniger und dafür besser aus!“ Problematisch sei: „Das Image unserer Produkte ist super, aber das unseres Berufes schlecht.“
Keine positiven Effekte bei der Lehrlingssuche brachte 2005 der bayernweite Berufsbildungskongress im Nürnberger Messezentrum; wie Christian Albert als Vorsitzender des Fach- und Werbeausschusses erklärte, wird die Innung deshalb im Winter 2007 nicht teilnehmen.
Mit den Pfunden des Handwerks gegenüber unpersönlichem SB-Einkauf zu wuchern, empfahl Obermeister Manfred Kerschbaum den Kollegen. Als da wären: Persönliche Kundenansprache, Kompetenz in Ernährungsfragen, einwandfreie Hygiene, Top-Qualität durch gesunde Zutaten. Um dies vermitteln und am Aufschwung in Mittelfrankens Einzelhandel (57 Prozent sehen ein Plus zu 2006) teilhaben zu können, seien Schulungen des Verkaufspersonals das Gebot der Stunde. Auch in punkto Warenpräsentation, denn, so der Innungschef: „Das Auge kauft und isst mit!“
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