Regional
Innung Lahr setzt weiter auf Obermeister Käufer
Kompletter Vorstand im Amt bestätigt / Preise spielen eine wichtige Rolle

Der neue Vorstand der Innung Lahr (von links): Geschäftsführer Wolf-Dieter Rieflin, Reinhold Bohn, Heinrich Schulz, Obermeister Otto Käufer, Edgar Dilger, Reinhold Tascheschlog, Wilfried Eckerle. Foto: Grosholz Foto: Grosholz
:Lahr (ag). Otto Käufer bleibt Obermeister der Bäckerinnung Lahr. In der Jahreshauptversammlung wurde er einstimmig in seinem Amt bestätigt. Den Kollegen machte Käufer die Zusage, sich weiterhin für die Interessen der Innungsmitglieder und das Bäckerhandwerk einzusetzen. Das sei notwendiger denn je.
Als Motto für seinen Jahresrückblick und -ausblick wählte Käufer: „Einkaufstrend, der Kunde von morgen“. Es sei eine Zeit, in der die Bäcker die Einkaufsgewohnheiten der Kunden genau beobachten müssen.
Chancen erkennen und nutzen
„Unsere Aussichten sind gut, wenn die Einsichten rechtzeitig kommen“, sagte der Obermeister. Die Frage nach Herkunft und Gesundheitswert der Lebensmittel werde immer häufiger gestellt. Natürlichkeit und Frische der Produkte stünden ganz weit oben im Fokus.
Mit aktuellen Zukunftsfragen beschäftigte sich auch Innungsgeschäftsführer Wolf-Dieter Rieflin. Die Innung Lahr habe immer weniger Betriebe, das zwinge sie zur Zusammenarbeit mit den Nachbarinnungen in der Ortenau. Die Bereitschaft dafür sei erkennbar, wobei ein gewisses Maß an organisatorischer Selbstständigkeit nicht völlig aufgegeben werden müsse.
Die Brotprüfung im vergangenen Jahr habe eine erfreuliche Beteiligung und gute Ergebnisse gebracht, berichtete Rieflin. Da könne man sich nur noch steigern. Neuland habe die Innung Lahr mit einem Fünfergipfel des Handwerks betreten. Ohne aktive Begleitung durch die Bäko wäre die Innung wirtschaftlich kaum zu führen.
Unter der Leitung von Innungsgeschäftsführerin Ute Sagebiel-Hannich gingen die Neuwahlen schnell über die Bühne. Die bewährten Vorstandsmitglieder wurden fast komplett in ihren Ämtern bestätigt. Damit ist der Vorstand wieder neu handlungsfähig.
Ute Sagebiel-Hannich ging in ihrem Vortrag auf ein ganzes Paket von Problemen im Bäckerhandwerk ein. Sie habe festgestellt, dass bei Preisanhebungen vor allem im ländlichen Raum von den Bäckern Zurückhaltung geübt werde. Sie sind nahe bei den Kunden und ihren schmaler gewordenen Geldbeuteln. Dennoch sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass so viel Geld in die Ladenkasse kommt, dass die Betriebe wirtschaftlich geführt werden können, Mitarbeiter entlohnt und Verpflichtungen einzuhalten sind.
Ernst Schwefel machte in seinem Vortrag Energie und Lebensmittel als Preistreiber verantwortlich. Bei den Verbrauchern komme selbst bei Lohnerhöhungen nicht viel an. Die Stimmung sei nicht gut. Wer dafür verantwortlich gemacht werde, lasse sich unschwer erraten. Die Orientierung zu Qualität nehme wieder zu. Ganz wichtig sei die Frische der Produkte. Da sollten die Bäcker den Kunden entgegenkommen. Die Entwicklung bei den Discountern sei leicht rückläufig.
Auch Bäko kämpft mit Preisen
Bäko-Direktor Bernd Neubauer blieb exakt beim Thema. Der Bäko würden Preise diktiert, „die uns gar nicht gefallen, Preise, die wir vor allem im Bereich der Rohstoffe an unsere Kunden weitergeben müssen“. Neubauer erwähnte besonders Mehl und Milchprodukte. Die Beschaffung von Rohstoffen entwickle sich schwieriger. Manches werde nicht nur teurer, sondern auch knapp. Trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen sei die Ertragslage der Bäko zufrieden stellend.
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