Niedersachsen
In Erfahrung und Motivation investieren
Der Ausbildungsaustausch mit Frankreich bietet Nutzen für alle

Die 12 jungen Lehrlinge aus Frankreich, hier gemeinsam mit ihren Betreuern, nehmen Abschied von der Bäckerfachschule. Foto: Winkler
Eine wirklich attraktive Möglichkeit, jungen Menschen einen wertvollen Blick über den heimischen Tellerrand hinaus zu ermöglichen, bietet die Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks, namentlich die Bäckerfachschule Hannover, mit dem deutsch- französischen Ausbildungsaustausch. Ein Programm, das seit Jahren mit Erfolg durchgeführt wird. Kooperatiospartner für dieses Projekt sind die Bäckerfachschule Hannover unter Federführung von Fachschullehrer Mathias Zaudke, das Institut Nationale de la Boulangerie, Patisserie Francaise (INBP) und das Institut Europa Direkt e. V. für interkulturelle und europäische Studien als allgemeiner Organisator und Mittelbeschaffer.
Im Rahmen eines jeweils einwöchigen, gegenseitigen Lehrlingsaustausches sollen Mobilität, Flexibilität, Fremdsprachenkenntnisse und interkulturelle Kompetenz der Lehrlinge gefördert werden. Hinter dem, was hier so sachlich klingt, steht für die Lehrlinge eine Woche voller wertvoller und spannender Erfahrungen und Erlebnisse, die nicht nur ihr eigenes Leben bereichern, sondern auch frische Impulse in den eigenen Ausbildungsbetrieb hinein tragen.
Vom 4. bis 9. März verbrachten zwei junge Frauen und sechs junge Männer, gemeinsam mit Fachschullehrer Mathias Zaudke, ihre Studienwoche im nordfranzösischen Rouen, dem Sitz des INBP, wo übrigens alle französischen Bäckereilehrlinge zentral ihre theoretische Ausbildung absolvieren müssen. Das abwechslungsreiche Programm reichte vom Sprachtraining über Stadterkundungen, Seminaren zur Gebäckherstellung bis hin zu Besichtigungen namhafter französischer Bäckereien. Ein kleiner Unterschied zu Deutschland: Den Namen Bäckerei, auf französisch Boulangerie, darf eine Verkaufsstelle nur dann führen, wenn dort auch tatsächlich gebacken wird. Ein Filialsystem wie bei uns gibt es in diesem Ausmaß nicht.
Ein weiterer Unterschied ist das höherwertige Image des Berufes. Der überwiegende Teil der Lehrlinge setzt sich aus Abiturienten zusammen, die in der Ausbildung zum Bäcker sichere Zukunftschancen sehen. 12 dieser jungen Französinnen und Franzosen kamen im Gegenzug vom 1. bis 6. April nach Hannover und machten sich mit den hiesigen Gegebenheiten des Gewerkes vertraut. Nach dem Willen der Organisatoren soll dieser Austausch in Zukunft noch intensiver vorangetrieben werden. Künftig soll es auf ganz Niedersachsen ausgedehnt werden. Entscheidend für den Erfolg wird jedoch die Bereitschaft sein, dass engagierte und weitsichtige Betriebe bereit sind, Ihre Lehrlinge für eine Woche loszulassen, um ihnen diese wertvollen Erfahrungen zu ermöglichen. Da die ganze Sache ordentlich bezuschusst wird, bleibt lediglich ein Eigenanteil von 275 Euro. Wenig Geld, wen man damit in die Zukunft investiert.
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