Schleswig-Holstein

In 100 Jahren gesund geschrumpft

Bäko Schleswig-Holstein legt positive Bilanz vor / Dividende für Mitglieder angehoben


Kiel (hhl). „Die Schneekatastrophe 1979. Daran kann ich mich gut erinnern“, sagt Marie Ginter und zeigt auf ein Foto aus der historischen Sammlung von Schriftstücken. Die Bäko Schleswig-Holstein hatte diese zusammengetragen, um sie auf der 100-Jahrfeier der Bäko Kiel zu präsentieren. Vorstand und Aufsichtsrat der Bäko Schleswig-Holstein hatten die Mitglieder und Ehrengäste an diesem Tag in das Restaurant Drathenhof am Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel eingeladen. Zur Generalversammlung und zu einem Festabend. „Wir waren damals im Bürogebäude eingeschneit“, erzählt Marie Ginter. Um die Menschen mit Brot zu versorgen, organisierten ihre Kollegen und sie sogar Hubschrauber. „Eine große Aufregung!“ 1947 hat Marie Ginter bei der Bäko Kiel als „Mädchen für alles“ angefangen. Fast 50 Jahre später ging sie als Leiterin der Buchhaltung bei der Bäko in Rente. „Für die Innung Kiel habe ich auch gearbeitet. Bäko und Innung waren damals ja fast eins.“

Die guten alten Zeiten? Geschäftsführer Hans-Peter Kröger spricht in seinem Rückblick in die Geschichte der Bäko im Norden auch Rivalitäten an. Die Bäko Oldenburg und die Bäko Kiel zum Beispiel waren früher ernsthafte Konkurrenten. Dann fusionierten die Bäkos Kiel, Neumünster, Sylt, Itzehoe, Flensburg und Oldenburg im Norden. Seit 2003 gibt es die Bäko Schleswig-Holstein mit den Standorten Kiel, Oldenburg und Flensburg.

Dass heutzutage Kooperation im Vordergrund stünden, betonte Jost H. Buthmann von der Bäko-Zentrale Nord, zu der 25 Regionalgenossenschaften gehören. Die nördlichste ist die Bäko Schleswig-Holstein e.G. Und er gratulierte zum Jubiläum wie auch zu den guten Geschäftsergebnissen. Konkurrenz sehe man eher sportlich, sagte Jost H. Buthmann. So sei im internen Vergleich der Bäko-Organisationen im Bereich Nord die Bäko Schleswig-Holstein von Platz vier auf Platz zwei – nach Bielefeld – gestiegen. Wie das gute Abschneiden im Jahr 2005 in Zahlen aussieht, erläuterte Geschäftsführer Matthias Retzlaff: Die Bäko Schleswig-Holstein hat einen Umsatz von 38 Millionen Euro erwirtschaftet. „Mit einer Eigenkapitalquote von über 68 Prozent und geringen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten steht die Bäko Schleswig-Holstein gesund im Wettbewerb“, stellte Matthias Retzlaff fest. Laut Geschäftsbericht verteilt sich der Umsatz 2005 auf die Warengruppen Rohstoff mit 33 Prozent, Mehle mit 23, Frischdienst mit 20 Prozent, Hilfsstoffe mit zwölf Prozent, Maschinen und Geräte mit sechs Prozent, Handelswaren/Süßwaren mit fünf und Dienstleistungen mit einem Prozent. 81 Mitarbeiter beschäftigt die Bäko Schleswig-Holstein, 16 Auslieferungs-LKWs und drei Kundendienstfahrzeuge bilden den Fuhrpark.

Auf Vorschlag des Vorstandes beschlossen die Mitglieder eine Erhöhung der Dividende auf 5,5 Prozent auf die Geschäftsguthaben. Diese Dividendenerhöhung war durch eine Steigerung des Jahresüberschusses auf 165.000 Euro möglich geworden. Sehr positiv ist auch der bisherige Umsatzverlauf des Jahres 2006. Ende Mai betrug das Umsatzplus 2,6 Prozent.

Im Hinblick auf den anschließenden Jubiläums-Festabend wurde die Tagesordnung der Generalversammlung tatsächlich wie geplant kurz abgehandelt. Man war sich einig, wenn es um Entlastungen ging oder die Wahl der Vorstandes. Einstimmig wiedergewählt wurden die Aufsichtsratsmitglieder Kirsten Sköries, Martin Martensen und Wolfgang Zelle. Aufsichtsratsvorsitzender Martin Martensen bedankte sich bei dem abwesenden Hans-Wilhelm Wegener, der wegen Betriebsaufgabe nicht wieder zur Wahl stand. Dann entließ Martin Martensen die Genossenschaftsmitglieder und ihre Gäste in eine kurze Pause – vor dem Hauptprogrammpunkt des Tages: Mit einem festlichen Buffet bei stimmungsvoller Musik wollte man das 100-jährige Jubiläum der Bäko Kiel begehen. Fast 100 Mitglieder und Freunde der Bäko Schleswig-Holstein waren dazu zusammengekommen.

Im Anschluss an die Veranstaltung antwortete Aufsichtsratsvorsitzender Martin Martensen auf die Frage nach seinen Zielen für die Bäko Schleswig-Holstein: „Mein Ziel als Aufsichtsratsvorsitzender ist es, dafür zu sorgen, dass die Bäko Schleswig-Holstein so geführt wird, dass die Mitglieder mit ihre Firma zufrieden sind.“


Artikel vom 29.06.2006
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