Schleswig-Holstein
Image- und Ausbildungsoffensive initiiert
Die Verbände Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg werden aktiv
Rellingen (hhl). Ende August haben die Innungsverbände im Norden eine umfassende Image-Werbeaktion gestartet: „Wir möchten, dass die Bürger darüber nachdenken: Wo kaufe ich ein? Ihnen soll bewusst werden, was das Bäckerhandwerk über das Angebot guter Ware hinaus leistet: Es bietet Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, erläutert der Geschäftsführer der BKV Nord e.V., Heinz Essel, die Ziele der Brötchentütenaktion.
Für die nächsten Wochen werden die Kunden bei 90 Innungsbäckern im Norden ihre Ware in Tüten der Firma Meyer/Stemmle erhalten. Auf den Tüten abgedruckt ist der Slogan: „Kaufen Sie ihre Brötchen ruhig da, wo Ihre Kinder einen Ausbildungsplatz finden.“
Die drei Innungsverbände der Bäcker in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben im Bereich Ausbildung einiges vorzuweisen. „Mehr Auszubildende als im letzten Jahr“, stellen die Lehrlingsbeauftragten einhellig fest. „Wir rechnen mit 20 Prozent mehr Auszubildenden“, sagt Martin Martensen, Lehrlingswart des Landesinnungsverbandes des Bäckerhandwerks Schleswig-Holstein. Der stellvertretende Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbandes der Bäcker- und Konditorenhandwerks Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Müller, über die Ausbildungssituation: „Wir rechnen mit etwas mehr Bäckern und etwa 15 Prozent mehr Verkäuferinnen.“
Im Rahmen dieser Werbeaktion machen die Zuständigen für das Lehrlingswesen auf die Ausbildungsleistung des Handwerks einerseits und auf die positiven Berufschancen für junge Menschen andererseits aufmerksam. „Wer gute Leistungen erbringt, hat im Bäckerhandwerk sehr gute Chancen auf einen krisensicheren Arbeitsplatz“, stellt Martin Martensen fest.
„Wer einen guten Abschluss hinlegt und mit Herz und Seele Bäcker ist, hat keine Probleme, eine Anstellung zu bekommen“, erklärt Thomas Müller für Mecklenburg-Vorpommern. Und: „Die Wirtschaft wird in Zukunft zunehmend mehr Fachkräfte brauchen und wir bilden eine Vielzahl aus“, ist die Position des Hamburgers Heinrich Wulf-Raczka. „Außerdem gilt immer noch: Eine Handwerksausbildung ist eine solide Grundlage für das spätere Berufsleben. Denn die jungen Menschen erwerben hier Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie auch in anderen Bereichen nutzen können.“
Ausbildung ist für junge Menschen und auch für das Handwerk wichtig, denn „Das Bäckerhandwerk braucht gut ausgebildete Fachkräfte, um mit Handwerks-Qualität und gutem Kunden-Service im Wettbewerb zu bestehen“, sagt Martin Martensen. „Wir engagieren uns sehr stark im Bereich der Ausbildungsförderung“, berichtet Heinrich Wulf-Raczka. „Wir gehen auf Veranstaltungen und in die Hamburger Schulen. Gezielt versuchen wir, auch Mädchen für das Bäckerhandwerk zu interessieren.“
Doch nicht nur auf die Quantität komme es an, sondern auch auf die Qualität, so ist der Tenor bei den drei Lehrlingsbeauftragten. „Leider fehlt vielen Jugendlichen heutzutage sogar schlichtes Allgemeinwissen. Besonders die Mathematikkenntnisse lassen sehr zu wünschen übrig. Häufig fehlt auch die Motivation, etwas leisten zu wollen“, bedauert Martin Martensen.
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