Bayern

Im Zeichen der Zukunft Flagge zeigen

Zukunftsseminar: Bäckerinnung Günzburg-Krumbach setzt auf gemeinsame Strategien


Günzburg-Krumbach (mde). Im Zusammenhang mit einer Aktion der Mitglieder der Bäckerinnung Günzburg-Krumbach verwies Innungsobermeister Josef Wengenmayer auf das „gemeinsame Flaggezeigen“ der Zunftmitglieder beim berühmten „Günzburger Bäckerstreik von 1626“. Damals wurden alle Günzburger Bäcker ins Eisenhaus gesperrt, weil sie sich nicht dem Preisdiktat der Stadt beugen wollten. Günzburg war eine Woche lang ohne Brot. Auf Druck der Bevölkerung wurden die Bäcker stillschweigend wieder freigelassen. Als Nachfolgerin der Zünfte fühlt sich die Innung auch heute der flächendeckenden Versorgung mit „täglich Brot und knusprig frisch Gebäck“ verpflichtet, was die Bäckereien auch mit dem Unterhalt von landkreisweit vorhandenen Filialen unterstreichen.

Um den 39 Innungsbetrieben und deren Filialen die Zukunft zu sichern gingen die Bäckermeister und Meistersfrauen drei Tage lang (jeweils einen Tag im Monat) im Saal des Jettinger Gasthofes „Zur Sonne“ in Klausur.

Unter fachlicher Anleitung des Betriebs- und Projektberaters Peter Baum wollten sie „in einer veränderten Wirtschafts- und Verkaufslandschaft gemeinsame Strategien für Handwerksbetriebe entwickeln. „Wir müssen erkennen, dass für uns die gleichen Strategien und Erfolgskriterien gelten wie für große Unternehmungen“, meinte Obermeister Josef Wengenmayer am Ende der drei Seminartage.

Die Themen drehten sich um Strategien, Konzepte und Lösungen die alle Innungsbetriebe betreffen ohne dass bei ihrer Verwirklichung das Profil des Einzelbetriebes verschwimmt.

Was in anderen Wirtschaftsbereichen längst tägliche Praxis ist, soll künftig auch im Bäckerhandwerk zu Qualitätssicherung und Umsatzsteigerung führen. Hier erfuhren die Bäckermeister unter anderem etwas über Marktanalyse, Kundenbefragung, die Einhaltung von Grundregeln bei der Warenpräsentation oder über Motivation der Mitarbeiter.

Sie lernten, dass Begriffe wie „Mitarbeiter- und Organisationsentwicklung, Optimierung der Produktions- und Betriebsabläufe, Verkaufstraining, Kundenanalyse, Kundenbindung oder Filialmanagement auch für Handwerksbetriebe künftig keine Fremdwörter mehr sein dürfen. Dass dies sehr gut gelungen ist zeigte sich am Ende der drei Seminartage, die von allen Teilnehmern als „höchst informativ“ bezeichnet wurden.

„Vor allem wurden die Inhalte verständlich vermittelt. Jetzt liegt es am Einzelnen, dass er möglichst viel von dem Gelernten praktisch umsetzt“, meinte Innungsobermeister Josef Wengenmayer. Er ist überzeugt, dass die Bäckereien im Landkreis Günzburg künftig wie ihre Vorgängerin, die Bäckerzunft, „deutlicher gemeinsam Flagge zeigen können“.


Artikel vom 26.07.2007
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