Berlin-Brandenburg

Im Zeichen der Goldenen Brezel

Brottest auf dem Berliner Brotfest: 20 Betriebe mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet


Berlin (schl). Unter dem jahresaktuellen Motto „Europa iss(s)t 50“ hatte Berlins backende Gilde zum 12. Brotfest auf dem Berliner Alexanderplatz eingeladen. Von 9 bis 18 Uhr präsentierten 17 Handwerksbetriebe aus allen Teilen der Spreemetropole an ihren attraktiv dekorierten Ständen die überaus vielfältige Erzeugnispalette der traditionellen Zunft, die bereits 1272 urkundlich erstmals in der Spreemetropole erwähnt wurde. Zur Offerte gehörten neben den nach altbewährten Rezepturen hergestellten Brot-, Brötchen-, Kuchen- und Tortensorten für jeden Geschmack und Geldbeutel auch eigens für das Event kreierte Neuheiten. Im Trend lagen Brote mit Natursauerteig ohne künstliche Backhilfen und aus dunklen Vollkornmehlen. Inzwischen rangiert auch der Geschmack wieder vor dem Preis. Zur großen Freude auch von Obermeister Hans-Joachim Blauert ebbte der Run auf Billigprodukte von Discounter oder Abbackstationen in letzter Zeit merklich ab. Die Brotfestgäste nutzten auch die eher seltene Gelegenheit, die Spezialitäten von Bäckern aus ganz Berlin zu probieren. So waren z. B. die Erzeugnisse vom Biobackhaus Leib ebenso nachgefragt wie das Marzahner Mühlenbrot oder das Spandauer Festungsbrot, das vor Ort frisch im Steinofen gebacken wurde. Mit interessanten Innovationen stellten die Innungsbetriebe ihre Kreativität unter Beweis.

Die Qualität von Lebensmitteln im Visier, verfolgten die Brotfestgäste mit großer Aufmerksamkeit die Brotprüfungen. Rund 45 Sorten nahmen die Bäckermeister Jürgen Wobus und Horst Rosenzweig gemäß dem strengen DLG-Schema kritisch unter die Lupe. Neben Geruch und Geschmack entschieden auch Form, Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung, Krumenbild, Struktur und Elastizität über Top oder Flop.

Höhepunkt des Festes war die Verleihung der Goldenen Brezel an 20 Betriebe. Für das vor zwei Jahren von der Berliner Bäckerinnung bundesweit erstmals eingeführte Qualitätssiegel müssen sich die Anwärter einem gründlichen Check unterziehen, denn das Prädikat basiert auf der Erfüllung strenger Kriterien wie handwerkliche Herstellung, Lehrlingsausbildung, beratendes Fachpersonal, Weiterbildung und Produktpalette. Dabei gelten die Prinzipien der Freiwilligkeit und Öffentlichkeit. Das heißt, dass externe Fachleute die Backstuben und Filialen bezüglich Produktionsablauf, Hygiene, Qualität und Warenpräsentation mehrmals testen. Und da sich niemand auf seinen Lorbeeren ausruhen sollte, gibt es die Goldene Brezel nur auf Zeit für 24 Monate. Danach müssen die Prüfungen wiederholt werden. Erstmals wurden in diesem Jahr alle Anwärter von jeweils einem prominenten Paten begleitet. Das waren neben den Kunden u.a. Kommunalpolitiker, darunter Senatoren und Bezirksbürgermeister, Medienfachleute, Verbraucherexperten oder Sportler.


Artikel vom 11.10.2007
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