Baden & Württemberg
Hundert Jahre im Dienst der Gemeinschaft
Bäko Süd-West feierte ihr jahrzehntelanges erfolgreiches Wirken zum Wohl der Bäckereiunternehmer / Festredner Peter Becker würdigt Leistung
Mannheim (dtp). Die große Feier zum hundertjährigen Bestehen der Bäko Süd-West war insgesamt eine denkwürdige Veranstaltung, deren Ausklang von Humor geprägt war nach dem Motto „Wie Sie Ihre Stimmung gebacken bekommen“.
Nach Begrüßung der zahlreichen Ehrengäste lies AR-Vorsitzender Bernhard Muschelknautz die Geschichte der Bäko Revue passieren. Vor hundert Jahren, zum gleichen Datum wie dem der Festveranstaltung, hatten 17 Bäckermeister aus Mannheim die Bäcker Einkaufsgenossenschaft gegründet. Im Laufe der Jahre ist über viele Fusionen und organisatorische Veränderungen die heutige Bäko Süd-West entstanden.
Sie war stets von der Idee „Handeln für die Gemeinschaft“ geprägt und von aktiven Handwerksmeistern getragen worden,“ betonte Muschelknautz. Dieser Grundsatz, so der Aufsichtsratsvorsitzende gelte auch für die genossenschaftlich Zukunft der Bäko.
Reiner Jung vom Vorstand beleuchtete die drei Aspekte Rechtsform, Mitarbeiter und Mitglieder. Eine Genossenschaft beschrieb er als robust und demokratischste Form einer Interessenverbindung. Alle aktuell tätigen Mitarbeiter wurden mit Namen und Bild in der Chronik dargestellt. Ebenso sind alle am 31.12.2006 eingetragenen Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt.
Hohe Leistung erbracht
Als Festredner trat ZV-Präsident Peter Becker vor die mehr als 400 Gäste. Er wies darauf hin, dass hundert Jahre der erfolgreichen Geschäftsführung eine hohe Leistung darstelle. Insbesondere auch deswegen, da in dieser Zeit starke wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Veränderungen eingetreten sind. Als „toll“ bezeichnete es Becker, dass in der hoch informativ und schön gestalteten Chronik die aktuell tätigen Mitarbeiter mit Bild und Namen dokumentiert sind. Es sei dies wie überall im Handwerk ein Ausdruck dafür, dass man es mit Menschen zu tun hat. Was auf der anderen Seite das Leben und Arbeiten insgesamt im Handwerk so erfreulich mache. Die Bäko Süd-West präsentiere sich wie zur Gründerzeit auch heute als der starke und verlässliche Partner des Bäcker- und Konditorenhandwerks so der Festredner. Die Zeit der Fusionen zum Wohl der Mitglieder sieht Peter Becker als noch nicht abgeschlossen.
Bürgermeister Roland Marsch von Edingen-Neckarhausen beschrieb die Bäko Süd-West als einen verlässlichen Partner von hohem Stellenwert für die Gemeinde. Für Herbert Schindler vom Genossenschaftsverband Baden habe bei der Bäko nicht das aus Finanzkreisen bekannte Shareholder Value, wohl aber das Member Value (Wert der Mitglieder seinen Platz). Hier würden sich Genossenschaften positiv von Aktiengesellschaften unterscheiden. An Stelle eines Geschenkes kündigte Schindler eine Spende zu Gunsten der Stiftung zur Förderung des Nachwuchses an.
Einigkeit macht stark
LIM Walter Augenstein (BIV Baden) listete auf, was sich seit dem Zeitpunkt der Gründung der Bäko in der Welt sonst noch getan hat. Er kam dabei auf eine lange Liste. Ebenso ging er auf die äußeren Einflüsse ein, mit denen die Bäko im Verlauf von hundert Jahren zu tun hatte. Wer immer an der Spitze gestanden habe, der habe immer gute Leistungen vollbracht. Die Kollegen rief er auf, das Einkaufen bei der Bäko Genossenschaft nicht zu vergessen, denn Einigkeit mache stark. Als besonderes Geschenk überreichte LIM Augenstein einen Ehrenkrug.
Evi Neuschaefer gratulierte im Namen der hessischen Konditoren. Sie stellte fest, dass die hundert Jahre keinerlei Alterserscheinungen erkennen ließen. Bernd Neubauer von der Bäko Mittelbaden gratulierte auch im Namen der Bäko-Primär-Genossenschaften. Die Bäko Süd-West solle so weiter machen, betonte er und überreichte ein Gemälde eines Mannheimer Künstlers als Geschenk.
Heiterer Ausklang
OM Norbert Magin von der Bäcker-Innung Mannheim übermittelte Grüße von der „Mutter der Bäko“, die 125 Jahre alt werde und wünschte für die Zukunft alles Gute. Auf den heiteren Ausklang hinweisend meinte AR Muschelknautz „Zu viel Weihrauch macht selbst den Heiligsten rußig.“
Mit dem Satz „Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu,“ führte sich Eckart von Hirschhausen ein. Der Mediziner, der jetzt als Stand-up-Comedian und Kabarettist tätige „Muntermacher“ hatte sich, passend für die Zielgruppe, den Slogan „Humor, oder wie Sie Ihre Stimmung gebacken bekommen“ für den Auftritt ausgedacht.
Hirschhausen wies darauf hin, dass Bäcker und Ärzte den weißen Kittel gemeinsam haben. Humor sei eine Art von Eigenkapital, das in jedem stecke, aber oft nicht heraus gelassen würde. Pragmatisch stellte er fest, in der ersten Hälfte des Lebens opfere man die Gesundheit um Geld zu verdienen. In der zweiten Hälfte des Lebens opfere man das Geld in der Hoffnung, die Gesundheit zurück zu bekommen. Mit Bäckerwitzen war v. Hirschhausen auch gut versehen, etwa so: Hochschwangere im Laden: „Ich bekomme ein Schwarzbrot. Der Bäcker: Sachen gibt's.“
Lustig, jedoch anders lustig waren für die Praxis gedachte und geeignete Tipps. „Lachen beeinflusst den ganzen Körper, nicht nur Teile davon.“ Mit Lachen lasse sich Aggressivität abbauen, Lachen können nur die Menschen, oder Humor mit den Kunden helfe verkaufen.
Dazu gab der Arzt Beispiele aus seiner Praxis und zeigte, wie man lachend in sich hinein hören und Körpersignale deuten kann. Ein Fazit, das Eckardt von Hirschhausen am Ende nach „Selbstversuchen“ mit dem Publikums zog lautete: „Ärger, dem man nicht gehabt hat, hat man nicht gehabt.“ Für den musikalischen Part sorgte das Quartett „Sax mal anders“; vier Saxophonisten mit heißer Musik.
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