Regional

Handwerk in Rezession weitgehend robust

Die Lage 2010 hängt von der Kaufkraft und von politischen Maßnahmen ab


SaarlandSaarbrücken (gwe). „Um dem Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen, müssen alle Potenziale ausgeschöpft und dem Arbeitsmarkt erschlossen werden“, betonte Präsident Hans-Alois Kirf bei der Jahrespressekonferenz der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK). Eine gesunde Fachkräftebasis sei letztlich die Grundlage einer funktionierenden Wirtschaft. In diesem Zusammenhang lobte er die hohe Ausbildungsbereitschaft im Handwerk.

Die stabilisierende Funktion des Handwerks unterstrich auch Hauptgeschäftsführer Georg Brenner bei der Präsentation der Wirtschaftdaten. Obwohl Deutschland die größte Rezession seit dem zweiten Weltkrieg durchlaufen habe, sei man noch relativ glimpflich davongekommen. Die Handwerksbetriebe bekamen zwar die Auswirkungen der globalen Wirtschaftsrezession zu spüren, dennoch konnten sie sich in den zurückliegenden Monaten im rauen Konjunkturklima gut behaupten. Insgesamt erwiesen sie sich damit als stabilisierender Faktor für die Wirtschaft.

Für das Saarland sei die Situation insbesondere wegen der hohen Exportorientierung von großen Teilen der Wirtschaft weitaus schwieriger zu meistern gewesen. So ging die wirtschaftliche Leistung im Saarland in der ersten Jahreshälfte zurück. Das BIP reduzierte sich um 10,1 Prozent; im Vergleich dazu sank die reale Wirtschaftsentwicklung im Bund um 6,8 Prozent. Dennoch erwies sich der Arbeitsmarkt im Saarland als relativ stabil. So lag im November die Arbeitslosenquote im Saarland mit 7,4 Prozent weiterhin leicht unter dem Durchschnitt für Gesamtdeutschland von 7,6 Prozent.

2010 werde es für die konsumorientierten Handwerke entscheidend sein, wie sich die Kaufkraft entwickelt. Nur wenn die Politik von Bund und Land energisch Maßnahmen zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums einleiten, wie etwa die Reduzierung der Steuer- und Abgabenbelastung, Entbürokratisierung oder den Ausbau der Wirtschaftsstrukturförderung, könne sich eine Aufwärtsentwicklung einstellen.

Neben der wirtschaftlichen Krise wird auch der Fachkräftemangel in den nächsten Jahren zunehmend für die Betriebe zum Problem. Präsident Kirf begrüßt in diesem Zusammenhang, dass die Landesregierung in der Bildungspolitik einen Schwerpunkt setzen will.

Mit der Aus- und Weiterbildungsbilanz der HWK zeigte sich der Präsident zufrieden. Das Ziel, allen ausbildungswilligen Jugendlichen eine Lehrstelle zu besorgen, sei erreicht worden. Auch wenn die Zahl der neuen Lehrverträge gegenüber dem Vorjahr um ca. zwei Prozent auf jetzt 2738 zurückging, zeige sich doch die ungebrochen große Ausbildungsbereitschaft im Handwerk. Dennoch, betonte er, könne man nicht zufrieden sein mit der Tatsache, dass viele Stellen im Handwerk unbesetzt blieben. In diesem Kontext verwies er auf die verschiedenen Maßnahmen der Kammer in Bezug auf die Nachwuchswerbung.


Artikel vom 13.01.2010
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