Rheinland-Pfalz

Hambacher Fest im Sinne der Ausbildung

Große Freisprechungsfeier der Bäckerinnung Pfalz-Rheinhessen im Hambacher Schloss


Hambach (dtp). Für die erste Freisprechungsfeier der Bäckerinnung Pfalz-Rheinhessen wurden die Mauern des Hambacher Schlosses gewählt. Hier war 1832 mit dem Hambacher Fest die „erste politische Volksversammlung der neuen deutschen Geschichte“ durchgeführt worden, (siehe auch www.hambacher-schloss.de). Von den 107 erfolgreichen Lehrlingen aus dem Bereich der Innung waren gut 70 zur Veranstaltung gekommen um im feierlichen Rahmen ihre Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse entgegen zu nehmen.

Obermeister Willi Renner konnte neben den Freizusprechenden zahlreiche Ehrengäste begrüßen. „Dieser würdige Rahmen hier ist untrennbar mit der Demokratie verbunden,“ sagte er unter Hinweis auf die Festlegung dieses Ortes für die Freisprechung. Zugleich sei es ein Signal dafür, zu zeigen dass, das Handwerk ausbildet und das auch in Zukunft ernsthaft auf seine Fahne geschrieben hat.

Den jungen Leuten rief Renner zu: „Nicht Geiz ist geil, sondern Job ist geil,“ sollte der oft gebrauchte Spruch lauten, und die Verbraucher seien aufgerufen, da einzukaufen wo ihre Kinder Ausbildungsplätze erhalten. Die Freizusprechenden könnten stolz auf das bis jetzt Erreichte sein. Die drei Jahre der Lehre seien sicherlich nicht immer einfach gewesen, „aber sie haben es geschafft!“ Dabei sei zu bedenken, das Lernen beginne eigentlich erst jetzt. Es sollte sich jeder Ziele setzten, ermunterte Renner und alles daran setzen, sie zu erreichen. Jürgen Klinsmann habe einmal auf die Frage, was er nach dem Fußball wohl machen werde, gesagt: „Ich habe einen gescheiten Beruf gelernt, darum habe ich deswegen keine Sorgen.“ Klinsmann ist Bäcker.

Der Obermeister dankte allen denen, die zum Gelingen der Ausbildung beigetragen haben und rief zu verstärkter Bereitstellung von Lehrstellen auf.

Die Festansprache hielt Staatsminister Hendrik Hering vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz. Er gratulierte der Innung zur Wahl dieses Ortes und meinte, er wolle im Sinne seines Vorgängers Artur Bauckhage, der ja auch Bäckermeister ist, das gute Einvernehmen mit dem Handwerk pflegen. Trotz eines starken Wettbewerbes sah er gute Zukunfts-Chancen für die Bäcker, insbesondere da, wo gute Qualität produziert und der Einkauf zur Freude wird. „Die Bäcker können sich mit Frische und Service behaupten,“ meinte er und lobte den engen Bezug in den Betrieben zu Mitarbeitern und Kunden. Weiter sei die Zahl der Insolvenzen bei Bäckern relativ gering weil die Betriebe von Meistern geführt werden. Hering bedauerte: „Leider kennen viele Leute von den Lebensmitteln nur den Preis, aber sie wissen nichts über deren Qualität.“

Er wolle die Freizusprechenden dazu motivieren, den Meisterbrief zu erwerben. Mit dem Brief in der Hand weiteten sich die Perspektiven.

Der Minister und OM Renner, unterstützt von Landeslehrlingswart Helmut Seither gaben die Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse aus. Acht der Verkäuferinnen wurden als Beste vorgestellt und ausgezeichnet. Sie erhielten jede zwei Gutscheine zur Weiterbildung. Einen von der Bundes-Fachschule in Weinheim, und einen von der Handwerkskammer für die Pfalz. Bei den Bäckern waren keine Besten zu ehren.

Der Präsident der HWK für die Pfalz, Walter Dech, sprach feierlich von den Bindungen der Lehre frei. Die Beste der Verkäuferinnen war Anita Müller, sie hatte zwei Mal die Eins in ihrem Zeugnis. Ihr Lehrbetrieb war die Bäckerei Klaus Liebenstein. Weitere sieben Verkäuferinnen haben zum Schluss mit gut/sehr-gut oder sehr-gut/gut die Lehre beendet. Auch sie wurden als Beste vorgestellt und ausgezeichnet. Es waren Denise Beuchert (Lehrbetrieb Wolfgang Schilling); Iris Kühn (Lehrbetrieb Otto Schwab); Marina Ostwald (Lehrbetrieb Ehrat's Backhaus); Patricia Scheller (Lehrbetrieb Peter Frank); Jenny Vollmer Lehrbetrieb Claus Becker); Rebecca Lenhart, geb. Wagner (Lehrbetrieb Heike Lechner) und Eva Würtenberg (Lehrbetrieb Hofmann GmbH).

OM Renner wies darauf hin, da die Lehrlinge nun nicht mehr bei den Eltern mit versichert seien, alle einen Gutschein für die SHB erhalten.


Artikel vom 03.08.2006
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