Bayern

Gutes Ergebnis durch hohe Einsparungen

Bäko München hat sich gut entwickelt / Fusion zur Rationalisierung genutzt


Taufkirchen (ke). Noch leidet das Handwerk unter der schwachen Binnenkonjunktur. Doch „das Jammern und Klagen ist im vergangenen Jahr deutlich leiser geworden“. Alfred Aigner, Geschäftsführer der Bäko München eG Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz, hofft, dass dies so bleibt und sich der Backmarkt zukünftig positiver entwickelt.

Schon im Jahr 2005 habe sich das Nahrungsmittelgewerbe deutlich stabiler gezeigt und vom wachsenden Qualitätsbewusstsein der Verbraucher profitiert. Bei einem Umsatzrückgang im Gesamthandwerk von einem Prozent erreichte das Bäckerhandwerk einen nominalen Umatzanstieg von 1,1 Prozent auf 11,9 Mrd. Euro. Die bayerischen Bäcker konnten gar um 2,4 Prozent zulegen. Weniger positiv sieht es im Konditorenhandwerk aus. Hier sei nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der Umsatz um 6,2 Prozent, der Beschäftigungsanteil um 4 Prozent gesunken. Die aktuelle Umsatzentwicklung seiner Einkaufsgenossenschaft weise, so Aigner, allerdings darauf hin, dass sich auch die Lage des Konditorenhandwerks stabilisiert.

Aktuell sind 996 Bäckereien und Konditoreibetriebe Mitglied bei der Bäko in Taufkirchen. Ihre Genossenschaft hat 2005 – vor Ausschüttung des Konzentrationsbonus und der Investitionszulage – einen Umsatz von 108,55 Mio. Euro (+1,6 Prozent) erzielt. Durch eine 5-Prozent-Aktion auf alle Lieferumsätze nahm die Genossenschaft eine Vorweg-Ausschüttung in Höhe von 941 Tsd. Euro vor. Diese Ausschüttung lag 2005 um 140 Tsd. Euro höher als die Warenrückvergütung netto betragen hat. Nach der GuV, in der die Jahresvergütungen bereits abgezogen sind, liegt der Umsatz bei 2,56 Mio. Euro (+ 2,4 Prozent). Als Jahresüberschuss verblieben 264,8 Tsd. Euro und ein Bilanzgewinn von 20.823,32 Euro, aus dem 5 Prozent Dividende ausgezahlt werden.

Kosten deutlich gesenkt

Die Fusion mit Ostbayern bot im vergangenen Geschäftsjahr eine „hervorragende Grundlage für Rationalisierungen“, die es ermöglichen, Kosten deutlich zu senken. Bis Anfang 2005 hatte die Genossenschaft alle wesentlichen Strukturveränderungen abgeschossen. Jetzt lagern in Straubing nur noch Rohstoffe und Frischware. Die Belieferung von Kunden im Grenzbereich wurde bereinigt, die Zahl der Außendienstler für den Lebensmittelbereich auf 16 reduziert. Trotzdem habe sich die Betreuung der Mitglieder nicht verschlechtert. In Ostbayern wurde in 2005 ein Umsatzzuwachs von 7,4 Prozent erzielt. Obwohl nach der Fusion auf einige Umsätze mit nicht backenden Betrieben verzichtet wurde, bewege man sich wieder auf dem Umsatzniveau vor der Fusion.

Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Hoffmann dankte Vorstand und Geschäftsführung, die trotz des schwierigen Jahres ein gutes Bilanzergebnis erzielten und durch hohe Kosteneinsparungen auch eine hohe Ausschüttung gewährleisten konnten. Sie haben „für den Erfolg der Genossenschaft und zur Zufriedenheit von Mitgliedern und Kunden gearbeitet“. Michael Kiesel, Wirtschaftsprüfer des Genossenschaftsverbandes Bayern e.V., bestätigte die Aussage in allen Punkten, ebenso wie die 54 stimmberechtigten anwesenden Mitglieder. Sie nahmen den Jahresabschluss ohne Gegenstimmen an und entlasteten einstimmig Aufsichtsrat und Vorstand. Nach turnusmäßigem Ablauf ihrer Amtszeit wurden Fritz Berg, Willy Bergmeister, Anton Hoft, Hubert Ortinger und Dieter Wackerl ohne Gegenstimmen wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Bäko mit einer Umsatzsteigerung von bis zu 2,5 Prozent. Mit bis zu 10 Prozent könnten sich dabei verschiedene Produktgruppen im Altgebiet Ostbayern mit Niederbayern und der südlichen Oberpfalz entwickeln.


Artikel vom 01.06.2006
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