Baden & Württemberg
Geprüfte Qualität steht weiter an erster Stelle
Bei Meisterfeier in Stuttgart das hohe Ansehen des Meisterbriefs in der Ãffentlichkeit gewürdigt / 23 Bäckermeister erfolgreich abgeschlossen

Die frisch gebackenen Meister mit BFS-Schulleiter Hans-Georg Baum (l.) und dem MpA-Vorsitzenden, Dr. Andreas Baitinger (r.). Foto: Kauffmann
Das Ansehen des Meisterbriefs als Ausweis von hoher Qualität betonte auch der Festredner des Tages, der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. Dieter Hundt. Das Handwerk sei eine der wichtigsten Säulen der Wirtschaft und habe eine Ausbildungskultur, die ihresgleichen suche. Doch die wirtschaftliche Entwicklung vieler Betriebe sei äußerst bedenklich. Dies sei aber letztlich keine Überraschung, denn das Handwerk sei gewissermaßen ein Seismograph für die allgemeine Lage. Denn anders als große Unternehmen könne sich der Handwerksmeister nicht durch ein gutes Auslandsgeschäft retten. Alle politischen Parteien müssen sich daran messen lassen, wie sie die strukturellen Probleme lösen wollen. Zu einer Trendumkehr gehöre in erster Linie die grundlegende Erneuerung der Sozialsysteme, eine Modernisierung des Arbeitsrechts, ein nachhaltiger Bürokratieabbau und eine Senkung der hohen Staats-, Abgaben- und Sozialquote. Dies werde sicher nicht kurzfristig zu realisieren sein, doch es gelte jetzt das Fundament dafür zu legen.
Im Anschluss an die gemeinsame Feier wurden im kleinen, nach Gewerken abgegrenzten, Rahmen die jeweiligen Meisterbriefe übergeben. Hier richtete der Schulleiter der Württembergischen Bäckerfachschule, Hans-Georg Baum, mahnende Worte an die jungen Meister, bei denen es sich wohl einige doch relativ einfach gemacht hätten. Denn bei der diesjährigen Meisterprüfung habe sich wieder eine alte Volksweisheit bewahrheitet, die wohl längst in Vergessenheit geraten schien. „Der Spruch „ohne Fleiß kein Preis” ist durchaus wörtlich zu nehmen, denn man bekommt den Meisterbrief nicht geschenkt, sondern muss etwas tun, sonst schafft man es nicht”, so Baum.
Dass die Meisterprüfung eine hohe Hürde sei, betonte auch der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses, Dr. Andreas Baitinger. Er gönne es jedem, der dieses Ziel jetzt erreicht habe und wünschte sich von den jungen Meistern, dass sie die Würde hoch halten und dafür Sorge tragen, das Image nach außen zu verbessern.
Insgesamt hätten 28 Kandidaten die Prüfung vollständig abgelegt und 23 davon die Anforderungen gemeistert. Als Beste schloss Birgit Ockert (1,5) die Prüfung ab. Die zweiten und dritten Plätze belegten vier weitere Kandidaten. Mit jeweils 1,7 schlossen Eva-Maria Kientz und Thomas Scheuring ab, die Gesamtnote 2,2 erreichten Joachim List und Michael Wurmseher. Als Anerkennung durch den Meisterprüfungsausschuss erhielten die fünf Besten je einen Preis und eine Urkunde, Birgit Ockert bekam zusätzlich noch den Kurt-Katz-Preis der Bäckerfachschule.
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