Bayern

Gemeinsames Handeln hat mehr Erfolg

Innung Nordoberpfalz feierte ihr 100 jähriges Jubiläum / Innungsgedanken erhalten


Weiden (kzr). Als vor 100 Jahren die Bäcker ihr überschaubares Sortiment im Schaufenster auflisteten, kostete das Pfundbrot 14 Pfennig. Heute wäre die Liste der Backwaren ellenlang. Als vor hundert Jahren Kollegen sich zur Innung zusammenschlossen, um Standesinteressen zu wahren, zeigten sich 20 Bäcker bereit. Heute feierten 96 fusionierte Innungskollegen das Jubiläum zur „Bäckerinnung Nordoberpfalz“.

Zu einem ökumenischen Gottesdienst lud Obermeister Alois Spitzer seine Kollegen, Ehrengäste, Freunde und Geschäftspartner in die Michaelskirche ein. Pfarrer Richard Haas aus Etzenricht und Kaplan Georg Gierl von St. Josef erwarteten die Kirchenbesucher am Ambo.

„Handwerk hat goldenen Boden“ hieß es zur Innungsgründung. „Die Weidener Bäcker zählten damals zu den reichsten Handwerkern, heute ist es etwas anderes“, begrüßte Bürgermeister Lothar Höher beim Empfang im Alten Rathaus. Doch damals wie heute gilt: Die Stadtbürgerschaft muss mit Backwaren versorgt werden und die Meister sind angesehene Bürger. Landrat Simon Wittmann fand in seinem Grußwort den Bezug zum Bäcker, weil er aus dem „Grieslbeckhaus“ in Tännesberg stammt und die Eltern dieses Handwerk betrieben. „Ein Buchgeschenk überreichte Lothar Höher an den Geschäftsführer des Landesinnungsverband des bayerische Bäckerhandwerk, Dr. Wolfgang Filter, Bezirksobmann Josef Magerl und Obermeister Alois Spitzer.

Eine Zinnplakette erhielt der Direktor der Europaberufsschule in Weiden, Josef Weilhammer, und Gerhard Egerer von der Berufsschule Grafenwöhr. Im Gegenzug bekamen Bürgermeister Lothar Höher und die Landräte Wittmann und Hahn einen Ehrenkrug der Bäckerinnung.

Im Gustav-von-Schlör-Saal in der Max-Reger-Halle hatten die Schüler der Berufsschule Grafenwöhr einen Semmel- und Brötchentisch mit Schaugebäcken aufgebaut. Obermeister Alois Spitzer begrüßte zum Ehrenabend zahlreiche Ehrengäste, Kollegen aus zahlreichen Innungen, die Politik, Verwaltung und Schule.

Wozu brauche man in unserer Zeit eine Innung, fragte Spitzer. Seine Antwort: Als Vertreter des Berufsstandes nach außen hin ist sie dringender denn je. Der einzelne kann wenig erreichen, gemeinsam ist man stark. Schirmherr Kreishandwerksmeister Karl Arnold fand, dass die Bäcker Weltmeister von Ideen sind, wenn es bei der Herstellung der Backprodukte geht. Als Schirmherr überreichte er Regenschirme, die am Jubeltag nicht geöffnet werden mussten. Bezirksobmann Josef Magerl, der die Oberpfälzer Innungen in München „unter einen Hut bringen muss“ bedauerte, dass die Betriebe immer weniger werden und dem aggressiven Wettbewerb ausgesetzt sind. Der Hauptgeschäftsführer des Handwerkskammer, Toni Hinterdobler fand, dass die Bäcker Lebensgefühl und Wohlfühlgefühle verkaufen. Für den Bäckereinkauf blickte Bäko-Geschäftsführer Reinhard Schuhmann zurück. Der Bäckerfachverein mit Hans Bäumler dankte für die gute Zusammenarbeit mit der Innung. Recht interessant gestaltete Bäckermeister Rainer Sindersberger seinen Rückblick.

Dabei war Bäckermeister Hans Hopf mit einem Weitblick angetreten, als er vor 30 Jahren mit einer Fusion sechs Innungen in und um Weiden zur Bäckerinnung Nordoberpfalz zusammenführte. Für sein Engagement um den Bäckerstand zeichnete Dr. Wolfgang Filter den Ehrenobermeister Hopf mit einer besonderen Auszeichnung aus. „Zu vergleichen ist die Goldbreze mit dem Ehrenoscar für das Lebenswerk“, sagte Filter. Ehefrau Renate erhielt einen Blumengruß.


Artikel vom 16.08.2007
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