Bayern

Gemeinsame Zukunft

Regensburg, Kelheim und Schwandorf streben Fusion an


Neutraubling (nik). Drei Bäckerinnungen in der Oberpfalz wollen ihre Kräfte bündeln und gemeinsam als schlagkräftige Berufsorganisation weiterhin erfolgreich ihren Mitgliedsbetrieben dienen. Wie schon berichtet, sprachen sich die Mitglieder der Bäckerinnung Regensburg in ihrer Hauptversammlung einstimmig für die Aufnahme von Fusionsgesprächen mit den Innungen Kelheim und Schwandorf aus. Der Wille dazu scheint bei allen drei Innungen vorhanden zu sein. Die Obermeister Josef Magerl (Regensburg), Josef Wiesbeck (Kelheim) und Bernhard Nuber (Schwandorf) sehen darin eine zukunftsweisende Lösung.

Obermeister Josef Magerl wies vor rund 30 Versammlungsteilnehmern im Hotel Stocker in Neutraubling auf den anhaltenden Mitgliederverlust der Innungen aufgrund des Abschmelzungsprozesses im Bäckerhandwerk hin. Zählte die Innung Regensburg im Jahr 1982 noch 105 Betriebe, seien es heute nur mehr 51. Die stetig abnehmende Mitgliederzahl führe zu vielerlei Problemen, von der Finanzierung bis hin zur Besetzung der Ehrenämter, stellte Magerl fest. Insbesondere das Amt der Obermeisters wolle – im Gegensatz zu früher - niemand mehr übernehmen. Er sprach sich dafür aus, künftig Obermeistern eine Aufwandsentschädigung zu gewähren, denn um sein Amt auszuüben verlasse er den Betrieb, müsse aber dafür einen Gesellen bezahlen.

Josef Magerl plädierte deshalb für den Zusammenschluss der benachbarten Innungen Regensburg, Kelheim und Schwandorf. „Mit über 100 Mitgliedern wären wir ab 1. Januar 2007 wieder ein starke, zukunftssichere Innung.“ Sitz der neuen Bäckerinnung solle jedoch Regensburg bleiben, fügte er hinzu. Wie er erläuterte, steht das Büro im ehemaligen Innungshaus an der Dechbettener Straße weiterhin 16 Jahre mietfrei zur Verfügung.

Die 34 Mitglieder der Bäckerinnung Kehlheim haben sich schon einstimmig für eine Fusion ausgesprochen, berichtete dazu deren Obermeister Josef Wiesbeck. Nachdem er sein Amt wegen Aufgabe des Betriebs niederlegen musste, sei auch kein Nachfolger zu finden. Zudem leide die Innung unter finanziellen Problemen, fügte er hinzu.

In Schwandorf bestehe die Gefahr, dass sich die Kreishandwerkerschaft auflöse, gab Obermeister Bernhard Nuber bekannt. Auch seine Innung zähle nur mehr 34 Mitgliedsbetriebe mit abnehmender Tendenz. Auch er hält eine Fusion für sinnvoll, es gebe aber noch keinen entsprechenden Beschluss der Mitglieder.


Artikel vom 22.06.2005
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