Bayern
Gemeinsam gute Leistungen bringen
Auf der Innungsversammlung in Hof die Fusion mit Marktredwitz beschlossen

Landesgeschäftsführer Dr. Wolfgang Filter, Harry Gebhardt, Obermeister der bisherigen Innung Marktredwitz-Wunsiedel, Obermeister Harald Friedrich und stellvertretender Obermeister Albrecht Saalfrank (von links). Foto:
Angestoßen wurde die Fusion von den Kollegen aus Marktredwitz. Die dortige Innung um Obermeister Harry Gebhardt zählte 23 Mitglieder. „Wir sehen hier jedoch einen Zusammenschluss auf gleicher Augenhöhe“, stellte der Hofer Obermeister Harald Friedrich (Strassdorf) fest. „Ziel ist es, dass wir als gemeinsame Innung gute Leistungen für unsere Mitgliedsbetriebe erbringen.“
Nachdem sich bereits im Vorfeld die Marktredwitzer Bäckermeister einstimmig für die Fusion ausgesprochen hatten, musste nur noch die Hofer Innung entscheiden. Auch hier viel das Votum einstimmig unter den anwesenden Mitgliedern aus. Ein Novum ist allerdings in zweifacher Hinsicht das Innungsgebiet der neuen Bäckerinnung Hof. Zum einem umfasst sie nicht das Stadtgebiet von Selb; dort gibt es noch immer eine eigenständige Innung. Zum anderen agieren im neuen Innungsgebiet zwei Bäkos. „Von den heute Verantwortlichen weder gewünscht noch so herbeigeführt“, machte Obermeister Friedrich klar.
Die Leistungen der Innung sind vielfältig. So hat die Innung unter Federführung von Bäckermeister Martin Sommermann (Lippertsgrün) das Hygienekonzept des Landesinnungsverbandes auf die regionalen Betriebe abgestimmt. 42 Innungsbetriebe nutzen bereits die Formulare für ihre Eigenkontrollen. Nur 20 Euro muss jeder Betrieb für die Formulare zahlen, da die Erstellung ehrenamtlich erfolgte. Harald Friedrich: „Aufgrund dieser Serviceleistungen konnten wir ein neues Innungsmitglied werben.“
Der Servicegedanke für die Mitglieder war auch ausschlaggebend für eine Umfrage, die die Innung unter ihren Mitgliedern durchführte. Ein Drittel der Betriebe hat geantwortet und seine Erwartungen an die Innungsarbeit aufgezeigt. Während die Rundschreiben z. B. von der Mehrzahl als genau richtig angesehen worden waren, war die Mehrheit der Rückmeldungen nicht überzeugt von der Werbewirksamkeit der Stollen- und Brotprüfung. Von Seiten des Landesinnungsverbandes des Bayerischen Bäckerhandwerks beglückwünschte Geschäftsführer Dr. Wolfgang Filter die Innungsmitglieder zur Fusion. Um leistungsfähig zu sein, müsse eine Innung über eine Mindestgröße verfügen. Der Landesinnungsverband schreibe aber keine Fusionen vor. „Das muss von unten kommen.“
In seinem Referat „Mut fassen für die Zukunft“ zeigte Dr. Filter die gegenwärtige Lage der Wirtschaft und des Bäckerhandwerks im speziellen auf. So skizzierte Filter die Umverteilung am Markt an: „Während früher für Nahrungsmitteleinkäufe noch 18 – 20 Prozent des Haushaltsbudgets verbraucht wurden, sind es heute nur noch 12 Prozent.“ Die Käuferpreferenzen hätten sich einfach verändert. Einer der Trends gehe hin zur Mobilität, verbunden mit dem Anstieg des Außer-Haus-Verzehrs.
Derartigen Veränderungen müsse sich das Bäckerhandwerk stellen. In Anlehnung an das Wetter sprach Dr. Filter davon, dass bei vielen Betriebsinhabern die „gefühlte Kälte“ sehr groß sei. Sie hätten existenzielle Sorgen, da unterm Strich nichts übrig bleibe. Statt Ursachenforschung zu betreiben, würden Teilprobleme gelöst, die die Allgemeinlage jedoch nicht verbesserten.
Der Landesinnungsverband unterstützt mit vielfältigen Maßnahmen seine Mitgliedsbetriebe. Dr. Filter verwies hier auf die 10 Erfa-Kreise mit 110 Mitgliedsbetrieben. Außerdem seien Bestrebungen für eine „Qualitätsoffensive“ im Gange, die die Öffentlichkeit auf die Produzentenkompetenz des Bäckerhandwerks aufmerksam machen solle.
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