Sachsen

Gebietsreform sinnvoll gestalten

Bäckerinnung Leipziger Land: OM Henning lobte Brotmarktaktivitäten in Borna


Borna (ad). In der Kreisstadt Borna wird es auch im kommenden Jahr wieder einen Brotmarkt geben. Darauf einigten sich die Mitglieder der Bäckerinnung Leipziger Land bei ihrer Versammlung im November. „Das Konzept, den Brotmarkt mit der öffentlichen Brotprüfung zu koppeln, hat sich bewährt“, machte Obermeister Jens Hennig im Gespräch mit seinen Meisterkollegen deutlich. „Unser Auftritt auf dem Marktplatz ist bei den Bornaern gut angekommen.“ „Die einzelnen Betriebe haben beim Brotmarkt wieder gute Umsätze gemacht, außerdem war die Veranstaltung eine gelungene Werbung für unser Handwerk, mit der wir auch eine Reihe von Neukunden gewonnen haben“, betonte Hennig.

Die Mitglieder der Bäckerinnung lassen sich ihren öffentlichkeitswirksamen Auftritt nun schon seit einigen Jahren etwas kosten. „Mit rund 5.000 Euro Kosten für die Werbung im Vorfeld muss man rechnen“, erklärte Innungs-Geschäftsführer Ingo Schöne. Die Kreishandwerkerschaft werde sich deshalb dafür einsetzen, dass die Innung die Hälfte der anfallenden Kosten durch Fördermittel abdecken kann, sodass für den Brotmarkt in der zweiten Maiwoche 2008 von den Mitgliedern der Innung nur noch die Hälfte an Eigenmittel aufgebracht werden müssen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Innungsversammlung war die bevorstehende Gebietsreform im Freistaat Sachsen, von der auch der Landkreis Leipziger Land betroffen ist. „Wir streben im Zuge der Fusion unseres Kreises mit dem benachbarten Muldentalkreis die Bildung einer gemeinsamen Innung an“, betonte Ingo Schöne. Die Gespräche dafür seien im Gange. Allerdings sehe die BI Leipziger Land eine solche Fusion nur als Minimalvariante. „Wir sind für alle sinnvollen Varianten offen und führen deshalb auch Gespräche mit der Leipziger Bäckerinnung.“

Kritisch äußerte sich OM Jens Hennig im Hinblick auf die zu erwartende zusätzliche Belastung der Betriebe durch die Einbeziehung der Serviceverpackungen in das System des Grünen Punktes. „Hier wird mit idiotischen Bestimmungen Geld verbrannt“, beklagte Hennig. Zufrieden zeigten er und seine Berufskollegen sich über die derzeit guten Umsätze. Die stark gestiegenen Rohstoffpreise drückten aber deutlich auf die Rendite.

Wolfgang Hesse, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes Saxonia, riet den Betriebsinhabern, angesichts der stark steigenden Kosten die Kalkulation ihres Sortiments einer grundlegenden Prüfung zu unterziehen und die Verkaufspreise bei Bedarf anzupassen, erklärte Hesse. „In einer ganzen Reihe sehr vernünftiger Artikel haben wir das Thema in der Presse dargelegt.“

Mit Hilfe von Beispielkalkulationen, die unter Verwendung des Programmes brot:Tplus erstellt worden waren, verdeutlichte der Saxonia-Geschäftsführer den Meistern, welchen Einfluss die steigenden Rohstoffpreise auf das Betriebsergebnis haben. „Sie dürfen hier keine Zeit verlieren und müssen Ihre Produkte laufend nachkalkulieren, um nicht unbemerkt Verluste einzufahren. Dabei kann Ihnen unser Programm eine große Hilfe sein.“

Darüber hinaus empfahl er den Innungsmitgliedern, gezielt nach Reserven für die Senkung der betrieblichen Kosten zu suchen. In diesem Zusammenhang nannte Hesse die Veränderung von Rezepturen und den Verzicht auf bislang genutzte Fertigmischungen. „Das macht Ihre Produkte unverwechselbar und sie sparen zugleich Kosten.“

Angesichts des aus Sicht der Bäcker katastrophalen Ladenöffnungsgesetzes im Freistaat Sachsen, das bezeichnenderweise am 1. April in Kraft trat, rief Hesse die Meister zum zivilen Ungehorsam auf. „Ein so weltfremdes Gesetz, dass uns den Verkauf von Backwaren an Feiertagen verbietet, ihn den Tankstellen jedoch gestattet, sollte man ignorieren“, sagte Hesse.

Er empfahl den Innungsmitgliedern, das als misslungen anzusehende Ladenöffnungsgesetz zu Beginn des kommenden Jahres im Rahmen spezieller Veranstaltungen zu thematisieren.


Artikel vom 29.11.2007
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