Baden & Württemberg

Freisprechung im Zirkuszelt

Kreishandwerkerschaft Reutlingen bietet eine Attraktion


Reutlingen (rgb). Es war wohl eine deutschlandweite Premiere, dass Gesellenbriefe in einem Zirkuszelt überreicht wurden. Dabei hätten Handwerker und Artisten etwas gemeinsam, Können und Konzentration, Kraft und Ausdauer seien für beide der Schlüssel zum Erfolg, stellte Kreishandwerksmeister Harald Herrmann fest.

„Und was für den Artisten der Auftritt bedeutet, ist für den Auszubildenden der Gesellenbrief.“ Er stellte rückblickend auf drei Ausbildungsjahre fest, dass die Auszubildenden nicht von ungefähr ihr Ziel erreicht hätten, „denn es gab auch für Sie Hürden zu überwinden. Sie haben bewiesen, dass Sie mit Engagement Ihr Ziel erreicht haben, und darauf können Sie stolz sein.“ Von 385 Prüflingen haben 334 (86,7 %) die Gesellenprüfung bestanden, womit die Durchfallquote höher als üblich liege, aber weiter unter bundesdurchschnittlichem Niveau. Er bedankte sich auch bei den Ausbildern, die ebenfalls ihren Teil zu diesem Erfolg der jungen Menschen beigetragen hätten. Als die Krönung der Ausbildung bezeichnete der den Meisterbrief.

„Es ist nachgewiesen, dass die Branchen ohne Meisterbrief eine höhere Insolvenzquote haben, als die Betriebe mit Meisterbrief.“ Der Meisterbrief sei die Basis für die Selbständigkeit, „die nicht in einem Super-Gau enden soll.“ Mit dem Meisterbrief werde auch die Qualität des Nachwuchs gesichert, fuhr Herrmann fort. Es freue ihn, dass die Zahl der ausbildungswilligen Betriebe wieder steige und es mehr Lehrstellen als Lehrstellenbewerber gebe. Er forderte die Handwerksbetriebe auf, sich zu spezialisieren, um sich von der ausländischen Konkurrenz zu unterscheiden.

„Ohne zeitgemäße Weiterbildung wird es Ihnen nicht möglich sein, individuell auf Kundenwünsche zu reagieren.“ Er forderte die Betriebe auf, die zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zu nutzen, und appellierte sowohl an die jungen Gesellen als auch an die Betriebsinhaber bereit zu sein, Verantwortung zu übernehmen und optimistisch zu sein. Umrahmt wurde die Veranstaltung von Auftritten eines Akrobaten, der wie das Handwerk sehr bodenständig arbeitete.

Einen Gesellenbrief erhielten als Bäckereifachverkäuferin Daniela Rapp (Ausbildungsbetrieb Bäckerei Beck, Römerstein) und Sally Siebeck (Bäckerei Mayer, Kohlberg.)


Artikel vom 16.06.2005
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