Niedersachsen

Energiekosten und Lebensmittelrecht

Bäckerinnung Hameln-Pyrmont ehrt auch Meisterjubilare und innovative Hausfrauen


Hameln (pu). Ein volles Haus bescherten der Herbstversammlung der Bäckerinnung Hameln-Pyrmont drei aktuelle Referate. Dipl. Ing. Annerose Tiede informierte über das neue Lebensmittel- und Hygienerecht. „Wie Energiekosten einzusparen sind“ zeigte Andrea Stanzel den Versammelten auf. Diese übernimmt gegen ein geringes Entgelt die notwendigen Berechnungen und die Antragstellung beim Hauptzollamt. Über die Ausführungen von Steuerberater Josef Bünger (Oldenburg) berichten wir gesondert, weil diese den „Lebensnerv“ der handwerklichen Backbranche treffen.

Im Restaurant Globus zu Hameln ehrte der die Versammlung leitende stellv. OM Uwe Schmidt die Bäckermeister Karl Breves (Osterwald) und Manfred Walter (Lauenstein) zum 50-jährigen Meisterjubiläum mit einer Urkunde der Handwerkskammer Hannover. Die Bäckerei Bente (Hajen) bekam zum 110-jährigen Bestehen eine Glückwunschurkunde.

Den siegreichen Hausfrauen um hausgemachte historische Gebäcke winkten Blumenstrauß und Urkunde. Diese überreichten Schmidt und Werbewartin Beate Diers an Eleonore Heinz für ihre „Wendesser Hochzeitstorte“ und Else Kirchhoff für ihre „Schürzenknaller“.

Nach Genehmigung der Protokolle von Schriftführer Achim Reschke blickte Schmidt auf die vielen Aktivitäten der Innung im letzten Halbjahr zurück. Sie begannen mit der erfolgreichen Teilnahme am „Drachenbootrennen“ auf der Weser. Die „Brötchentütenaktion“ gemeinsam mit der örtlichen Deister- und Weser-Zeitung ließ die Backöfen glühen. Zur 300. Grenzbeziehung musste erstmals wegen der großen Nachfrage „Mett nachgeordert werden“. Der Brotverkauf in den Kirchen am Erntedanktag erbrachte die stolze Summe von 6685 Euro. Sie gehen je zur Hälfte als Spende der Bäcker an die Hamelner Jugendwerkstatt und die Deutschen in Mediasch/Siebenbürgen. Die Brot- und Brötchenprüfung der 20 teilnehmenden Backbetriebe erbrachte laut Aussagen von Brotberater Michael Isensee außerordentlich gute Ergebnisse.

Dipl. Ing. Tiede klärte über die neuen lebensmittelrechtlichen Bestimmungen auf. Im Mittelpunkt ihrer Ausführungen standen die Vorschriften für die Etikettierung verpackter Backwaren. Dabei steht die Kennzeichnung der verwendeten Zusatzstoffe und allergener Stoffe im Vordergrund. Wie mit den losen Gebäcken umzugehen ist, steht zur Zeit noch nicht genaue fest. Die EU-weite Lebensmittelhygiene-Verordnung verlangt im Rahmen eines HACCP-Konzepts eine „Dokumentation“ der Betriebs- und Personalhygiene, die Einhaltung der Kühlkette und der Schulung der Mitarbeiter.

Über die Probleme mit den Mehlen der neuen Ernte sagte Tiede, dass 18 Prozent weniger Roggen geerntet wurden. Davon sind nur 60 Prozent für die Backproduktion geeignet. Die Bäcker sollten bei der „direkten Führung“ den Sauerteiganteil etwas erhöhen sowie die Knet- und Teigruhezeiten verkürzen. Die Mühlen setzen dem Mehl verstärkt Ascorbinsäure zu.

„Geld verdienen beginnt am Schreibtisch“ lautete das Motto von Andrea Stanzel, die sich als Helferin für das „Senken der Energiekosten“ präsentierte. Die gelernte Konditorin und Betriebswirtin des Handwerks überprüft kostenlos für die Bäckereien die Möglichkeiten der Erstattung oder Ermäßigung von Strom-, Gas- und Mineralölsteuer. In den Genuss kommen Betriebe mit jährlich mindestens 25 MWh Stromverbrauch, die mehr als 50 Prozent eigene Produktion besitzen oder über die Hälfte ihrer Mitarbeiter produktiv beschäftigen und die „Sockelverbrauchsmengen“ überschreiten. Die finanziellen Vergünstigungen für 2005 nur erzielbar, wenn die Anträge bis 31. 12. 2005 beim Hauptzollamt eingegangene sind.

Weiter Infos: Andrea Stanzel

Tel.: (05031) 515331,

Fax: (05031) 51 5334


Artikel vom 18.11.2005
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