Regional

Energie-Check deckt Einsparpotenziale auf

Mitglieder der Bäckerinnung Leipzig informierten sich über Möglichkeiten zur Senkung der Energiekosten / Fahrzeugantrieb mit Gas als Option


SachsenLeipzig (ad). Um Energie und Möglichkeiten zu ihrer möglichst kostengünstigen Nutzung im Betrieb drehte sich die jüngste Mitgliederversammlung der Bäckerinnung Leipzig.

„Wir alle erleben in unseren Betrieben, dass die Preise für Kraftstoffe, aber auch für die in der Produktion benötigte Energie klettern und wir dieser Entwicklung nur wenig entgegensetzen können“, begrüßte Obermeister Jens Herzog seine Kollegen. Um Möglichkeiten zur Senkung der Energiekosten aufzuzeigen, hat die Innung zu ihrer Versammlung gleich mehrere Fachleute unterschiedlicher Branchen eingeladen.

Kostenfaktor Kraftstoff

Obwohl die Preise für Diesel und Benzin derzeit weit von den Maximalwerten des vergangenen Jahres entfernt sind, bleiben die Kraftstoffkosten für viele Bäckereien ein Dauerbrenner. Sowohl die Belieferung von Filialen und Kunden als auch der Betrieb der Verkaufsfahrzeuge verursachen immer höhere Kosten, die die Kalkulation im Unternehmen schnell zur Makulatur machen können.

Michael Hamann, Geschäftsführer des Autoparks Borsdorf, und Marek Preißner, Verbundnetz Gas AG, informierten in ihren Ausführungen über Einsparpotenziale durch den Betrieb von Fahrzeug mit Flüssiggas (LPG) bzw. Erdgas (CNG). Dabei wurde deutlich, dass beide Energieträger auch für Liefer- und Verkaufsfahrzeuge eine durchaus sinnvolle Alternative zu Diesel bzw. Benzin darstellen. Je nach aktuellem Kraftstoffpreis, Fahrzeugart und jährlicher Laufleistung ist die Amortisation der Mehrkosten bei der Anschaffung von LPG- und CNG-Fahrzeugen schon nach relativ kurzer Zeit möglich.

Für ein werksseitig ausgerüstetes Erdgasfahrzeug (1600er Motor, 25.000 km p.a.) errechnete Marek Preißner eine Amortisationsdauer von 27 Monaten im Vergleich zum Benzin-Pkw. Beim CNG-Betrieb beläuft sich dieser Zeitraum auf rund 34 Monate, bei einem Dieselfahrzeug auf 48 Monate und bei der Nachrüstung eines Erdgassystems 49 Monate. Als besondere Stärken der Gasantriebe nannten sie die hohe Sicherheit auch bei einem Unfall und den im Vergleich zum Diesel um etwa 80 Prozent niedrigeren Schadstoffausstoß.

Gemeinsam mit den Stadtwerken Leipzig bietet die Verbundnetz Gas AG verschiedene Untersuchungen in Bäckereibetrieben an, um Reserven in punkto Energieeffizienz aufzuspüren und nutzbar zu machen. Im Rahmen ihres „Umwelt-Plus-Programmes“ führen die Stadtwerke Leipzig zum Beispiel einen kostenlosen Energie-Check in den Bäckereien durch. Dabei werden Installationen und Betriebsmittel unter die Lupe genommen, um gar zu gierige Verbraucher zu ermitteln.

Energie-Check in der Bäckerei

Einen Schritt weiter geht das so genannte Benchmarking. Dabei werden die Bäckereien energetisch auf Herz und Nieren geprüft und im Ergebnis hinsichtlich ihres Energieverbauches anonym mit anderen Betrieben verglichen. „Im Durchschnitt werden 52,6 Prozent der eingesetzten Energie für die Prozesswärme genutzt, damit machen die Energiekosten zwischen 3,5 und 5 Prozent des Umsatzes aus – in welchem Bereich dieses Intervalls sich ein konkreter Betrieb befindet, kann über Gewinn oder Verlust entscheiden“, betonte Preißner.

Seine Erfahrungen haben gezeigt, dass viele thermische Verbraucher in ihrer Bedeutung unterschätzt werden. So lohne es sich, das mit einer Temperatur von 15 Grad ankommende Erdgas durch die Nutzung von Abluft vorzuwärmen. Auch die Energieverluste in der Expedition seien für viele Bäckermeister kein Thema. „Dabei kann man allein dadurch, dass die Tore nicht unnötig offen stehen, sehr viel Energie sparen“, machte Preißner deutlich.

Für den genannten Benchmark-Test stellen die Stadtwerke Leipzig den Bäckereien vor Ort einen Energieberater zur Verfügung. „Speziell für die Bäckerinnung Leipzig räumen wir Sonderkonditionen ein, die bei 50Euro netto pro Tag liegen“, sagte Manuel Riedel. Im Ergebnis dieser Untersuchungen wird ein Maßnahmenkatalog erarbeitet und gemeinsam mit dem Betriebsinhaber ausgewertet.


Artikel vom 09.03.2009
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