Baden & Württemberg
Eine positive Entwicklung ist abzusehen
Obermeister Binder auf der Versammlung der Innung Böblingen / Hans Faig Ehren-OM

Unser Bild zeigt von links: Ehrenobermeister Hans Faig, seine Frau Karin, Obermeister Eberhard Binder und Tobias Pfaff, Landessieger im praktischen Leistungswettbewerb. Foto: Stecher
Als ein Zeichen der Zuversicht wertete der Obermeister die Entwicklung bei den Auszubildenden im Berichtszeitraum. So war bei den Bäckern (6%) und bei den Verkäuferinnen (13%) nicht nur ein quantitativer Anstieg, sondern auch ein höherer Anteil an Realschülern zu verzeichnen. Somit sei die Ausgangslage auch qualitativ eine bessere. Die starke Nachfrage im Ausbildungsbereich Bäcker und Verkäuferin werfe aber auch die Frage auf, ob man bei der nächsten Ausbildungsbörse überhaupt präsent sein solle, gab Binder zu bedenken. Positive Auswirkungen auf das gesamte Erscheinungsbild von Bäckereien werde das neue Gaststättengesetz mit sich bringen. Zwar stünden die Baubehörden der Ausweitung im Gastrobereich weiter skeptisch gegenüber, doch die gesetzlichen Vorgaben seien klar geregelt. Bei Problemen stünde der LIV mit Günter Semmig mit Rat und Tat zur Seite, so Eberhard Binder.
Bei der öffentlichen Brotprüfung in der Mineraltherme hätten sich die Innungsverantwortlichen eine stärkere Beteiligung gewünscht. Der Seniorennachmittag war durch einen interessanten Reisebericht von LIV Geschäftsführer Kofler sehr kurzweilig. Den Brotmarkt bezeichnete der OM trotz des schlechten Wetters als gelungene Veranstaltung. Um den ständig steigenden Energiekosten mit wirksamen Mitteln entgegen zu treten, bemühe man sich auch weiterhin um interessante Beratungsseminare, in denen möglichst unabhängige Energieberater zu Wort kommen.
Für seinen großen, jahrzehntelangen ideellen Einsatz in den verschiedensten Gremien des Bäckerhandwerks ernannte Obermeister Eberhard Binder Bäckermeister Hans Faig zum Ehrenobermeister der Bäckerinnung Böblingen. In seiner Laudatio bezeichnete der Obermeister den Geehrten nicht nur als ausgezeichneten Fachmann, sondern auch als eine Persönlichkeit, die sich über die Maßen in den Dienst der Bäckersache gestellt habe, auf dessen Rat man auch in Zukunft nicht verzichten möchte. Herzlichen Dank sprach Binder auch Karin Faig aus, die als große Kraft immer zuverlässig hinter dem Geehrten gestanden habe.
Tobias Pfaff, der Landessieger des praktischen Leistungswettbewerbs (Lehrbetrieb Faig, Schönaich), konnte den Innungsmitgliedern von einem Stipendium berichten, welches er über den baden-württembergischen Handwerkstag bekommen hat. Dieses führte ihn für 6 Monate in die italienische Gemeinde Volterra (Toscana) mit dem ältesten Rathaus Italiens auf einem 550 m hohen Hügel nahe Pisa gelegen. Neben einem Sprachkurs konnte Tobias Pfaff in der Dolceria del Corso auch die italienische Backkultur von Bisquoti bis Pofiterol und Cantuccini kennen lernen. Über die praktischen Erfahrungen zur Umsetzung der neuen Ausbildungsverordnung berichtete Dr. Gräber von der Gewerblichen Berufsschule im Hoppenlau.
Dr. Gräber steht dieser Lehrmethode wegen der ganzheitlichen Wissensvermittlung positiv gegenüber, wenn es auch bei der praktischen Umsetzung teilweise zu zeitlichen Schwierigkeiten kommt. Die Schüler seien begeistert vom Lernen durch Fehler, so Gräber.
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