Bayern

Ein wichtiges Etappenziel erreicht

Rund 100 neue Fachkräfte: Augsburger Lehrlinge erfolgreich im Mittelfeld


Augsburg (ke). Die Jugend stand im Mittelpunkt der Freisprechfeier der Bäckerinnung Augsburg, Stadt und Land. Zur Feier ihrer bestandenen Gesellenprüfung waren fast 300 Gäste – darunter gut 100 Ausbildungsabsolventen – ihre Familien und Ausbilder ins Kolpinghaus gekommen. Obermeister Ludwig J. Schuster begrüßte die Gäste, gratulierte dem Bäckernachwuchs und dankte Lehrern und Ausbildern für ihren Einsatz.

Das Grußwort der Schule sprach Oberstudienrat Rudolf Satzger. Er freute sich, dass heuer erneut einige Auszubildende ihre Mittlere Reife erreicht hätten, noch mehr allerdings über die vielen, die mit ihrem Berufsziel auch den Qualifizierten Hauptschulabschluss nachholen konnten. Von den 36 Bäckern der Berufsschule II erhielten 12 den Hauptschul-, 5 den Realschulabschluss, an der Prälat-Schilcher-Berufschule von 13 Bäckerlehrlingen sogar 10 den Qualifizierten Abschluss. Sie hätten gezeigt, was mit eigener Motivation und besonderer Leistungsbereitschaft möglich sei. Nun gelte es, das mit der Lehre gelegte Samenkorn stetig zu pflegen, damit es wächst und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Satzger wünschte seinen ehemaligen Schülern zudem die nötige Risikobereitschaft, Neues zu wagen.

Die Prüfungsvorsitzenden Anneliese Schneider und Andreas Gleich überreichten die Fachzeugnisse an die 57 Verkäuferinnen und einen Verkäufer sowie die Gesellenbriefe an die 38 Jungbäcker und 13 Bäckerinnen. Mit der Ausbildung hätten alle einen wichtigen Lebensabschnitt gut zu Ende gebracht. Bei den Fachverkäuferinnen verfehlten von 57 Neuzugelassenen und einer Wiederholerin lediglich zwei das Prüfungsziel. Allerdings ließ das Gesamtergebnis vor allem im theoretischen Teil viele Wünsche offen. Manche Defizite sollten in der Praxis schnell aufgearbeitet werden, schließlich ist es der Kunde, der den Arbeitsplatz erhält. „Mit genügend Kraft und Energie, vor allem aber mit der notwendigen Leichtigkeit und Lebensfreude“, wünschte sie den Damen ein harmonisches Berufsleben.

Andreas Leicht verwies darauf, dass es den Gesellenbrief nicht zur kaufen gäbe – man müsse ihn sich schon selbst erarbeiten. Und das hätten alle Absolventen getan, auch wenn von den 50 zur praktischen Prüfung angetretenen leider keiner „sehr gut“ erreicht hätte. Die Durchfallquote – und auch das nur in der Theorie – lag bei 18 Prozent (9 von 51 Teilnehmern), und damit deutlich unter der zurückliegender Abschlussjahrgänge. Als beste Bäcker schlossen im Innungsbezirk Augsburg bzw. Aichach-Friedberg Patrik Jung, Bäckerei Kästele, Bobingen, und Albert Wittmann, Bäckerei Wittmann in Petersdorf ab. Augsburgs beste Verkäuferinnen heißt Ramona Steiger und arbeitet in der Bäckerei Schneider. Aus dem Innungsbereich Aichach-Friedberg beendete Michaela Bergmair, Bäckerei Scharold, als Beste ihre Ausbildungszeit.

Die Glückwünsche der Handwerkskammer für Schwaben in Augsburg überbrachte Anette Göllner, Hauptabteilungsleiterin Berufsausbildung der HWK. Sie empfahl den Jugendlichen, jetzt nicht stehen zu bleiben sondern neue Ziele zu planen. Wer sich mit seinem Wissen engagiert in die Gesellschaft einbringe, könne daraus für sich und andere eine ganze Menge erreichen. Was Bäcker seit Generationen leisten, war Thema des Grußwortes von Stadträtin Ulrike Bahr, die Grüße von Bildungsreferent Sieghard Schramm überbrachte. Für die Bäcker gab es als Geschenk der Innung zum Abschluss noch je ein Foto, das sie samt Gesellenstück zeigt.


Artikel vom 20.09.2007
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