Baden & Württemberg

Ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte

125 Jahre Bäckerinnung Freiburg / Josef Lienhart sprach zur Geschichte der Bäcker


Freiburg (ag). Mit einem Festakt im historischen Ratssaal des Freiburger Rathauses beendete die Bäckerinnung Freiburg–Breisgau–Hochschwarzwald ihre offiziellen Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Innung. Zahlreiche Innungsmitglieder, Gäste und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, nahmen an dem von einem Bläserquartett der Musikakademie Kiew und der Sängerrunde der Bäckerinnung Freiburg musikalisch begleiteten Festakt teil.

Obermeister Hermann Aichele freute sich bei der Begrüßung, dass dieser Festakt im wunderschönen Ambiente des Rathauses stattfinden könne. Die Stadt respektiere damit die Bedeutung der Bäcker in ihrer Geschichte. Aichele freute sich ebenfalls über die Anwesenheit der Stadtratskollegen, von denen nicht nur die dreiköpfige Bäckerfraktion Aichele, Kalchthaler und Lienhart, sondern auch Stadträte von CDU und SPD, anwesend waren.

Sein Gruß galt den Geschäftsführern von Verbänden, den Lehrern aus den Berufsschulen, den Vertretern befreundeter Innungen, für die später der Obermeister der Fleischerinnung Freiburg, Bertold Disch, Grußworte sprach und dabei die besondere Verbundenheit der Metzger mit den Bäckern betonte. Von den Basler-Begge nahm Rudi Lüthi, beim Freiburger Brotmarkt immer dabei, am Fest teil.

Bürgermeister Ulrich von Kirchbach überbrachte die Grüße der Stadt Freiburg und würdigte die Tradition des Bäckerhandwerks, das seit Jahrhunderten dafür sorge, dass die Freiburger täglich mit gutem Brot versorgt werden, um das sie viele weltweit beneiden können. Mit einem Bibelzitat wünschte der Bürgermeister den Freiburger Bäckern und allen ihren Mitarbeitern eine weiterhin gute und glückliche Zukunft. „Dass Sie in der Stadtpolitik mitreden, wissen wir“, sagte von Kirchbach.

„Freiburg ist für uns immer eine Vorzeigeinnung“, sagte Landesinnungsmeister Walter Augenstein, der sich beim Handwerk und insbesondere dem Bäckerhandwerk, den Innungsbetrieben und den Fachschulen für ihre aktive Ausbildung bedankte. Das könne sich sehen lassen. „Das tut den jungen Menschen gut, gibt ihnen einen Platz in der Gesellschaft und ist auch positiv für das Handwerk“, so Augenstein.

Höhepunkt des Festaktes war dann ein Vortrag von Josef Lienhart, der sich mit dem Innungsleben seit 1945 beschäftigte. Der schwierige Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg, die zeitweise kritische Versorgungslage der Bevölkerung mit Brot und Lebensmitteln, die Währungsreform 1948 und die Gründung des Bundeslandes Baden hätten die ersten Nachkriegsjahre bestimmt. Die Namen der Obermeister der Bäckerinnung Freiburg zogen vor den Zuhörern Revue. Jeder von ihnen habe in seiner Zeit nicht nur Verantwortung für das Handwerk, sondern ebenso im öffentlichen Leben getragen.

Leicht sei es nie gewesen, berichtete Lienhart, der in seinem Vortrag auch die Neuzeit der Innung einblendete und in diesem Zusammenhang an den harten Konkurrenzkampf der Bäcker mit den Discountern erinnerte, den die Bäckereien, meist solide gewachsene Familienbetriebe, bisher bestanden haben und auch in Zukunft bestehen wollen.


Artikel vom 11.10.2007
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