Hessen

Ein Schulstandort gefragt

Ausbildung zentrales Thema bei der Innung Marburg


Kirchhain-Anzefahr (dtp). Im Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres sagte OM Karl-Friedrich Junk, „Das Handwerk erhält in der Region Arbeitsplätze,“ das sollte bei jeder Gelegenheit Politikern deutlich gemacht werden. Dass Mehl jetzt Gefahrstoff darstellt, veranlasste ihn zur Frage an den anwesenden Vertreter der Bäko, ob die Mehlfahrzeuge auch schon die gelb-orangen Schilder führen müssten. Nach Gesprächen mit dem regionalen Abwasserverband habe dieser für die Berechnung von Wasser- und Abwassergeld die so genannte 70-er-Regelung anerkannt.

Dieter Pausner von der Bäko Fulda-Lahn berichtete davon, dass die Genossenschaft erfolgreich war, die Kosten deutlich zu senken. Im Bereich Personal waren es 6,2 Prozent. Seit 2002 habe die Bäko 30 Insolvenzen von Kunden erlebt, deren Abwicklungen zum Teil sehr lange Zeit in Anspruch nehmen, weil die Insolvenz-Verwalter langsam arbeiteten. Das Betriebs-Ergebnis selbst sei trotz rückläufigem Umsatz als gut zu bezeichnen, sagte Pausner und lud zur Generalversammlung am 29 .6. ein.

Lehrlingswart Jörg Stuhlmann berichtete von mehren Aktion mit dem Ziel, junge Leute auf das Bäckerhandwerk als Beruf aufmerksam zu machen. Das sei teilweise ganz gut gelungen. Die Leistungen bei der letzten Zwischenprüfung für Bäcker seien „etwas bedenklich“ gewesen, es fehlte auch praktische Ausbildung, die so nicht überall gegeben sei. In den Betrieben sollte daher besser auf die Rahmen-Lehrpläne geachtet werden. Echte Schwachstellen seien zum Beispiel die Bereiche „ausrechnen der Teigtemperatur“ oder „Kuvertüre schmelzen“ gewesen.

OM Junk wies darauf hin, dass von den 27 derzeit in Hessen vorhandenen Schulstandorten für das Bäckerhandwerk über die geplanten Struktur-Veränderungen noch 10 bis 7 übrig bleiben werden. Marburg mit wenigen Lehrlingen habe Probleme, zu bleiben. Darum sollten sich die mittelhessischen Innungen Biedenkopf, Dillenburg, Gießen, Marburg und Wetzlar in Kürze treffen und über einen für alle passenden Schulstandort reden. Den Lehrlingen könnten bis zu 1,5 Stunden Wegezeit zugemutet werden. Bei einem solchen Zusammenschluss sei es möglich, drei Klassen mit 15 bis 22 Schülern zu bilden. Eine mit schwachen die Nachhilfe erhalten, eine „Normale Klasse“ und eine für starke Schüler, die zusätzlich zu fördern seien. Es werde dann auch Block-Unterricht geben.

„Wenn man sich gemeinsam im Vorfeld für einen Standort stark macht, bekommt man ihn auch,“ sagte OM Junk und fügte hinzu, „das wird noch eine schwere Geburt werden und viel Arbeit erfordern.“ Er leitete damit eine lebhafte Diskussion ein. Da wurde vorgeschlagen, in den Regionen mal einen Berufs-Bildungstag mit den Betroffen zu veranstalten. Oder, mit den betroffenen Schulen zu reden sowie den Berufs-Bildungsausschuss des BIV Hessen mit einzuschalten.


Artikel vom 16.06.2005
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