Nordrhein-Westfalen
Ein Feuerwerk der guten Laune geboten
Über 1500 Gäste bei der 59. Mählwurmsitzung des Männerchors der Kölner Bäcker
Köln (rp). „Köln kann sich mit allen messen“ lautet nicht nur das Motto des Karnevalszuges 2006, sondern auch die 59. Mählwurmsitzung, veranstaltet vom Männerchor Kölner Bäcker, der sich dieses Thema auf die närrischen Fahnen schrieb.
Rund 1500 Gäste hatten sich im großen Kristallsaal der Kölner Messe zu einer Riesenparty versammelt, die traditionell mit dem Einzug des Männerchores in den Festsaal begann.
Heuer wurden Tulpensträußchen und Bäckerbrezeln in die Menge geworfen. Chorleiter Johannes Klütsch, der nur für die Faschingssitzung Stimmungslieder mit dem Männerchor einstudiert – ansonsten schwingt sein Kollege Eckhard Radl den imaginären Taktstock – wusste auch in diesem Jahr wieder einmal mit der gelungenen Auswahl bekannter Stimmungs- und Karnevalslieder die Zuschauer zu begeistern und gleich zu Beginn der Veranstaltung die Stimmung des Publikums „hochzupuschen“.
Im Anschluss daran wurde die Ehrenmütze des Männerchores durch Werner Binz, 1. Vorsitzender und Sitzungspräsident, an einen sichtlich erstaunten Landesinnungsmeister Bernd Siebers verliehen.
Dann hieß es „Bühne frei“ für die Bedburger Narrenzunft von 1886 e.V. , welche gleich ihr närrisches Dreigestirn mit Prinz, Bauer und Jungfrau sowie das Fanfarenkorps mit- und die Bühne im wahrsten Sinne des Wortes zum „Beben“ brachte.
Wicky Junggeburth, der nächste Künstler des Abends, ist nach eigenen Angaben „knatschverdötscht und naturbekloppt“ in Sachen Köln und Karneval. Natürlich stellte er seine neueste Ballade „Ich dräume immer noch vun dir“ vor, die von den drei Karnevalstagen erzählt, an denen sich Menschen finden und anschließend wieder aus den Augen verlieren. Wen wundert es, dass das Licht im Saal aus- und Feuerzeuge oder Wunderkerzen angingen.
Ein Meister der feinen Wortwahl, überzeugend und mit leisen Klängen, in denen sich nichts zotenhaftes widerspiegelt, ist Willibert Pauels, besser bekannt als „Ne bergische Jung“. Der Diakon zieht stets zu den Klängen des Kirchenliedes „Tochter Zion freue Dich“ in den Saal ein und macht sich – im wahrsten Sinne des Wortes – Gedanken zu Gott und der Welt und natürlich auch zur 2005 stattgefundenen Papstwahl und die Besonderheiten des Kölner Klerus.
Auch die drei „Räuber“, eine der beliebtesten Musikgruppen der Domstadt, diesmal in Krachlederne als Beinbekleidung gewandet, brachten ein Potpourrie ihrer bekanntesten Ohrwürmer , früher auch als „Gassenhauer“ bezeichnet, zu Gehör. Das Publikum fühlte sich dadurch zu Höherem berufen und erklomm Stühle und Tische.
Dass er viel vom Vater Fritz Schopps alias „Rumpelstilzje“ gelernt hat, stellte Sohn Martin Schopps unter Beweis. Er nennt sein Programm „Rednerschule“ und persifliert gekonnt Größen der Kölner Karnevalsszene, die sich durch Schopps jr. selbst im karnevalistischen Narrenspiegel wiedererkennen und trotzdem mögen. Jedenfalls war ihm der Beifall der „Mählwürmer“ und ihrer Familien gewiss und man ließ – ob dieser großartigen Glanzleistung – auch eine närrische Rakete steigen.
Blom un Blömcher, das sind Oliver Blum, Hannes Blum, Markus Blum und Marcel Scheidt, gelingt es Jahr für Jahr auf´s Neue, eine imposante Parodie aus Slapstick, Comedy und perfekter Musik zu inszenieren. Seit mehr als 25 Jahren erzählen sie Geschichten rund um den Hühnerstall.
Guido Crantz, blondschopfiger Sonnyboy der Comedyszene mit ständiger Medienpräsenz, und Wohnort Porz ließ es sich nicht nehmen, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu imitieren und dabei mit sprachlicher Vielfalt – er beherrscht zahlreiche Dialekte - zu brillieren.
Den Abschluss der über fünfstündigen Sitzung bildete der Auftritt der Musikgruppe „Knüggel Köpp“. Den fünf Vollblutmusiker gelang es, die Stimmungswogen noch einmal hoch brausen zu lassen, bevor mit Andrea Klein an der Hammondorgel im Foyer die „Nachsitzung“ stattfand.
Übrigens wird es einen sommerlichen Ausgleich zu den tollen Tagen des Karnevals geben. Köln fiebert bereits jetzt der Fußball-Weltmeisterschaft entgegen.
Der Orden des Männerchores Kölner Bäcker ziert einen Fußball spielenden „Klinsi“ mit Bäckermütze und rot-weißem Fußballtrikot, der einen Fußball auf dem Brotkorb balanciert. Darunter der Spruch „Dä Weltpokal ist uns jewiss, weil dä Trainer Mählwurm iss“.
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