Bayern

Diese Meister fielen nicht vom Himmel

Gewerbliche Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm verabschiedet 17 Bäckermeister


Ulm/Neu-Ulm (mde). Nicht nur aus den Landkreisen Ulm und Neu-Ulm, sondern aus ganz Deutschland kamen die 17 Meisterkandidaten für das Bäckerhandwerk, welche an der Ulmer „Gewerblichen Ferdinand-von-Steinbach-Schule“ erfolgreich ihre Meisterprüfung ablegten. Die Prüfungskommission und die Obermeister der Innungen Ulm und Neu-Ulm waren von den praktischen und theoretischen Leistungen der Jungmeister begeistert. „Mit diesem Nachwuchs muss uns um die Zukunft des Bäckerhandwerkes nicht bange sein“, lobten die Obermeister der Bäckerinnungen Ulm und Neu-Ulm, Helmut Wind und Kurt Wiedenmayer die in 17 Motiv-Schaufenstern ausgestellten Meisterstücke der 17 Jungmeister, die alle zeigten, dass das Bäckerhandwerk nicht nur eines der ältesten Gewerke darstellt, sondern auch an vorderster Stelle der Handwerkskunst steht. Nachfolgende Jungmeister haben die „Meisterschmiede Ferdinand-von-Steinbeis-Schule“ mit Erfolg absolviert: Alexander Schulz (Weißenhorn), Artur Shehu (Neu-Ulm), Florian Steurer (Kempten), Stefan Grün (Biberach), Tobias Scherer (Erbach), Monika Kunz (Lauingen), Christian Leo (Gundelfingen), Ludovic Gerboin (Rettenberg), Martin Hieble (Friedrichshafen), Philipp Wurster (Meersburg), Mario Bläse (Schwäbisch-Gmünd), Winfried Hartwig (Heroldstatt), Torsten Hilbert (Eschach), Martin Jäger (Eningen), Nico Kalik (Gosbach), Thomas Schürle (Pommertsweiler), Andreas Wöller (Süssen).

Dass diese Meister nicht „vom Himmel gefallen sind“ zeigen die strengen Prüfungsanforderungen, denen sie in der theoretischen und praktischen Prüfung gerecht werden mussten. Als Arbeitsproben waren zu fertigen: Roggen- und Weizenmischbrote, mindesten drei Formen Dänischer Plunder, Croissants, ortsübliche Brötchensorten, Schwarz-Weiß-Gebäck und ein Schaustück mit Flechtarbeiten. Als Meisterprüfungsarbeiten waren zu fertigen: Leinsamenvollkornbrote, mindesten drei verschiedene Vollkornsemmeln, Brezeln und Laugenwaren, mindestens acht portionsweise angerichtete Desserts mit Dekor und mindestens drei Klein-Snacks aus Blätter- oder Croissantteig mit pikanten Füllungen.

Die verwendeten Mischungen, Sauerteige und Dekormittel waren aus dem Kopf herzustellen. Selbst das Mitführen oder der Gebrauch eines Handys waren während der Prüfung nicht erlaubt.

Genau wie in der theoretischen Prüfung hatten das die 17 Jungmeister auch in der praktischen Prüfung nicht nötig. Sie waren nicht nur handwerklich, sondern auch in den Fächern Mathematik, Kalkulation, Fach- und Verkaufstechnik, Werkstoffkunde und Berufspädagogik „top-fit“, wie ihnen Studienrat Hans Pfahler und Rudolf Heinz, der Vorsitzende der Prüfungskommission bestätigten.

„Für den Bäckerberuf herrscht noch Meisterzwang, Qualität und Hygiene werden so gesichert“, stellte Heinz fest. „Der Fließbandware vom Supermarkt müssen bessere Qualität und besserer Service gegenüberstehen, deshalb ist auch die Kundenberatung ein wichtiger Teil der theoretischen Prüfung“, fügten die beiden Obermeister der Innungen Ulm und Neu-Ulm hinzu.

Alle 17 Jungmeister sind fest in Lohn und Brot, bei acht von ihnen steht bereits in naher Zukunft eine Betriebsübernahme an.


Artikel vom 17.08.2005
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