Bayern
Diese Meister fielen nicht vom Himmel
Gewerbliche Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Ulm verabschiedet 17 Bäckermeister

Ein Teil der frisch gebackenen Bäckermeister (von links) Ludovic Gerboin, Alexander Schulz, Torsten Oliver Hilbert, Winfried Hartwig, Mario Bläse, Florian Steurer, Christian Leo, Martin Jäger, Monika Kunz, Tobias Scherer, Martin Hieble, Stefan Grün u
Dass diese Meister nicht „vom Himmel gefallen sind“ zeigen die strengen Prüfungsanforderungen, denen sie in der theoretischen und praktischen Prüfung gerecht werden mussten. Als Arbeitsproben waren zu fertigen: Roggen- und Weizenmischbrote, mindesten drei Formen Dänischer Plunder, Croissants, ortsübliche Brötchensorten, Schwarz-Weiß-Gebäck und ein Schaustück mit Flechtarbeiten. Als Meisterprüfungsarbeiten waren zu fertigen: Leinsamenvollkornbrote, mindesten drei verschiedene Vollkornsemmeln, Brezeln und Laugenwaren, mindestens acht portionsweise angerichtete Desserts mit Dekor und mindestens drei Klein-Snacks aus Blätter- oder Croissantteig mit pikanten Füllungen.
Die verwendeten Mischungen, Sauerteige und Dekormittel waren aus dem Kopf herzustellen. Selbst das Mitführen oder der Gebrauch eines Handys waren während der Prüfung nicht erlaubt.
Genau wie in der theoretischen Prüfung hatten das die 17 Jungmeister auch in der praktischen Prüfung nicht nötig. Sie waren nicht nur handwerklich, sondern auch in den Fächern Mathematik, Kalkulation, Fach- und Verkaufstechnik, Werkstoffkunde und Berufspädagogik „top-fit“, wie ihnen Studienrat Hans Pfahler und Rudolf Heinz, der Vorsitzende der Prüfungskommission bestätigten.
„Für den Bäckerberuf herrscht noch Meisterzwang, Qualität und Hygiene werden so gesichert“, stellte Heinz fest. „Der Fließbandware vom Supermarkt müssen bessere Qualität und besserer Service gegenüberstehen, deshalb ist auch die Kundenberatung ein wichtiger Teil der theoretischen Prüfung“, fügten die beiden Obermeister der Innungen Ulm und Neu-Ulm hinzu.
Alle 17 Jungmeister sind fest in Lohn und Brot, bei acht von ihnen steht bereits in naher Zukunft eine Betriebsübernahme an.
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