Hessen
Die Karriere mit der Lehre gestartet
Freisprechung der KHS Lahn-Dill: Bäckerinnung mit 32 Nachwuchskräften dabei

Die bei der Freisprechung anwesenden Verkäuferinnen und Bäcker mit (von links) OM Michael Homberg und Rainer Gabriel.
Hanns-Eberhard Schleyer sagte, die jungen Leute verfügten nun über die Basis, die sie in die Lage versetzt so richtig loszulegen. Er gratulierte zur bestandenen Prüfung und dankte allen denen, die sich in Ausbildung engagiert und zum Erfolg beigetragen haben. Kreativität, Stolz, Präzision, Service, Anerkennung, Qualität und ständige Weiterbildung seien einige der wesentlichen Merkmale des Handwerks betonte Schleyer. Nur einmal und gewissermaßen „auf Vorrat lernen“ reiche in unserer Zeit nicht mehr aus, um vorne dabei zu sein. Er empfahl, ständig den Horizont zu erweitern, wozu auch die Wanderschaft – ähnlich wie sie früher üblich war – mindestens innerhalb der EU „gar nicht so nachteilig“ sei. Der Erwerb des Meisterbriefes sollte dann folgen.
An anderer Stelle sagte Schleyer, die in den letzten Jahren vom Handwerk und seinen Ausbildungsbetrieben gezeigten Leistungen hätten wesentlich zu einer guten Ausbildungsbilanz beigetragen. Etwa zehn Prozent der gesamten Arbeitsplätze im Handwerk seien Ausbildungsplätze, eine erfreulich hohe Zahl.
Mit Blick auf Zuwanderung und Green Card wie in jüngerer Zeit öfter in der Diskussion meinte Schleyer „Ausbildung geht vor Zuwanderung“ und erteilte höflich verpackt denen einen kräftigen Rüffel, die sich früher nicht in der Ausbildung engagierten.
Er setze sich weiter dafür ein, dass gerade kleinere Betriebe sich verstärkt an der Ausbildung beteiligen. Gleichzeitig sollten auch noch mehr Praktika angeboten werden, weil im Durchschnitt mit einer Quote von 60 Prozent die Praktika in einer Lehre münden.
Den jungen Leuten machte Schleyer deutlich, dass im Handwerk in den nächsten Jahren viele Betriebe einen neuen Inhaber suchen. Darin lägen gute Chancen für junge Meister, sich selbstständig zu machen. „Wir müssen so gut werden, wie wir teuer sind“, so Schleyer, darum müsse die Bildung einen höheren Stellenwert erhalten.
Kreishandwerksmeister Bernd Klein empfahl in seiner Ansprache den Freizusprechenden, sie sollten weiter ehrgeizig bleiben. Grußworte kamen unter anderem noch von Präsident Robert Werner von der HWK Wiesbaden. Werner verglich das Ende der Lehre mit dem Start der Fußball-Bundesliga: „Jetzt geht es los“ und meinte die Karriere mit Lehre.
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