Baden & Württemberg

Die Backstube als Zuschauermagnet

„Nacht des Backens” lockte mehrere hundert Interessierte in der Bäckerei Englert


Dallau (clk). Mehrere hundert Besucher konnten in der Backstube der Dallauer Bäckerei Englert in der „Nacht des Backens” beim Blick hinter die Kulissen handwerkliche Backwarenherstellung sehen, riechen und schmecken. An der Aktion „Die Nacht des Backens” des Zentralverbandes und der Werbegemeinschaft des Deutschen Bäckerhandwerks, die im Oktober 2005 erstmals bundesweit ins Leben gerufen wurde, beteiligte sich diesmal die Dallauer Bäckerei als einzige in ganz Nordbaden.

Das Team um Bäckermeister Friedbert Englert zeigte von 19 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, wie anspruchsvoll, kreativ und zukunftsorientiert ihr Beruf ist. Dass, wie im übrigen Leben auch, noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, erfuhren MdEP und praktizierender Arzt Dr. Thomas Ulmer sowie der Innungsobermeister der Fleischerinnung Dieter Mehl („Lewwerworscht-Kaiser”), der zwei Tage zuvor zum neuen stellvertretenden Kreishandwerksmeister gewählt wurde, am eigenen Leibe. Es bedurfte mancher praktischer Ratschläge von Friedbert Englert, selbst Obermeister der Mosbacher Bäckerinnung, bevor die beiden Probanten kurz vor Mitternacht die ihnen anvertrauten Brotteiglinge richtig in Form brachten.

Die Arbeitsabläufe in Englerts Backstube hingegen waren genauestens aufeinander abgestimmt. Alles lief Hand in Hand wie am Schnürchen, wurden doch in der Nacht über 900 Kilogramm natürliche Rohstoffe, davon 550 Kilogramm Mehl, von den fleißigen Bäckern zu 21 Teigen, welche in der Gewichtsklasse zwischen 20 und 90 Kilogramm angesiedelt waren, geknetet, geformt, zwischengelagert, in die Backöfen eingeschossen und gebacken. Vom Teigmachen bis zum ausgebackenen Brot verstreichen drei Stunden. Viele der Gäste verfolgten hoch interessiert diesen Prozess „live” von Anfang bis zum Ende.

Die duftenden Ergebnisse der langen Nacht: In Handarbeit wurden mehrere hundert Brote (Weizenmisch-, Roggenmisch- und Körnerbrote; Buttermilch-, Elztäler-, Kosaken- Gutsherren- und Weißbrot sowie Baguettes) hergestellt. Außerdem wurden 1000 Laugenbrezeln geschlungen und gebacken.

Darüber hinaus wurden abertausende Brötchen, wie beispielsweise Kaiser-, Buttermilch-, Sesam-, Mohn-, Salz-, Käse-, Tafel-, und Elsässer-Brötchen produziert. Für das Publikum legten die beiden Feinbäckerinnen des Hauses Englert sogar extra eine Sonderschicht zur Demonstration der ebenso selbst gemachten köstlichen (Schoko-) Croissants und diverser leckerer Blätterteigstücke, wie Kirschtaschen und diverser Marmeladenteilchen, ein.

Kein Wunder, dass so mancher(m) das Wasser im Munde zusammenlief, durfte doch davon manche der delikaten Backwaren gleich an Ort und Stelle verköstigt werden.

Friedbert Englert zog folgendes Resümee über die gelungene Reise vieler Interessierter aus Nah und Fern in das Innere der Backwelt: „Es war mit Sicherheit nicht die letzte Nacht des Backens in meiner Backstube.”


Artikel vom 05.07.2007
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