Der Lehrling und sein Lernerfolg
Berufsbildungstagung des BIV: „Erfolgstrainer“ und Neustädter Modell präsentiert
Niedersachsen-Bremen Hannover (p). Für die Lehrlingsausbildung setzt der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV) inzwischen auch auf computergestütztes Lernen. Ein neues, Internet-basiertes Lernverfahren stellte jetzt der Bäckerinnungs-Verband Niedersachsen/Bremen (BIV) bei seiner Berufsbildungstagung in Hannover vor.
„Der Erfolgstrainer“ heißt der Lern- und Prüfungshelfer für Bäcker-Auszubildende. Er wird von der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk (ADB) zusammen mit einem Fachverlag in Alfeld/Leine herausgegeben. Das Ausbildungskompendium besteht zum einen aus einem umfangreichen Ordner voller Informationen zur Gesellenprüfung inklusive einer Aufgabenblatt-Sammlung zur Prüfungsvorbereitung sowie einer Software, mit der Bäcker-Azubis sich in einer Internet-Test-Datenbank interaktiv auf ihre Zwischen- und Gesellenprüfung vorbereiten können.
Der Autor des Fachbuchs, Claus Schünemann, betonte, dass mit der Bereitstellung des „Erfolgstrainers“ via Internet eine schnellere Aktualisierung der Themen und Fragen möglich sei. Neben einer Einzelplatzversion gibt es auch eine Mehrplatzanwendung speziell für Berufsschulen, die im schuleigenen Netzwerk an bis zu 30 Lehrlingsarbeitsplätzen zeitgleich genutzt werden kann. auf der jährlich stattfindenden Fachtagung „Ausbildung im Bäckerhandwerk in gemeinsamer Verantwortung von Betrieb und Berufsschule“, wurde außerdem das Neustädter Modell vorgestellt: In diesem Schulversuch in Neustadt am Rübenberge werden Neun- und Zehntklässler einer Kooperativen Gesamtschule (KGS) an zwei Wochentagen in der Berufsbildenden Schule (BBS) unterrichtet. Dadurch erhalten sie eine wesentlich intensivere berufliche Grundbildung als in einer allgemeinbildenden Schule.
Den Nutzen eigener Lehrlingsausbildung stellte Andrea Annecke, Ausbildungsleiterin der Stendaler Landbäckerei, heraus. Der sachsenanhaltinische Betrieb mit Filialen im östlichen Niedersachsen bildet aktuell 72 Lehrlinge aus, die meisten als Bäckerei-Fachverkäufer/in. Dies geschehe vorausschauend für den eigenen Bedarf: „Generell bieten wir eine Übernahme nach der Lehre an, denn sie kennen den Betrieb schon und müssen nicht erst eingearbeitet werden“, berichtet Annecke.
Mit Blick auf das Neustädter Schulmodell betont die Ausbildungsleiterin, dass die frühzeitige Heranführung an die Praxisanforderungen richtig sei: Für Bäckereien hänge viel vom behutsamen und frühzeitigen „Übergangsmanagement“ vom Schüler- zum Berufsleben ab, wenn man nicht eine hohe Abbrecherquote riskieren wolle.
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