Baden & Württemberg

Der Brotmarkt als Publikumsmagnet

Eine attraktive Leistungsschau der Kollegen der Bäckerinnung Heidelberg


Heidelberg (nip). Der Heidelberger Brotmarkt ist ein Publikumsmagnet: Bereits zum vierten Mal eröffneten Obermeister Johann Grab und Stellvertreter Hansjörg Riegler den Markt auf dem Universitätsplatz, wo an insgesamt elf Ständen feine Brotsorten, Brötchen, Kuchen und ganz besondere Leckereien vorgestellt wurden. Zwei Holzöfen entströmten köstliche Düfte nach knusprigem Holzofenbrot und Flammkuchen. „Alle Bäcker bieten an diesem Tag Spezialitäten an“, sagte Grab und verwies zugleich auf das von der Bäckerinnung Mosbach kreierte so genannte „Deutschlandbrot“, das pünktlich zur Bundestagswahl auf den Tisch kam. Das natursaure Roggenmischbrot mit einem Brühstück aus Grünkern zeigte auf seinen 16 Unterteilungen, für jedes Bundesland eine, essbare Dekorationen aus Mohn, mit Rote Bete und Paprika gefärbten Sesam sowie seinem goldfarbenen Bruder. Die Frequentierung des Markts seitens der Besucher war beträchtlich, wobei der zentrale Ort und die gute Lage ihren Anteil trugen. Neben Informationen rund um das jeweilige eigene Angebot, luden die Bäcker zum kostenlosen Probieren der verschiedenen Brot- und Kuchensorten, darunter Rieglers frisch mit der Goldmedaille ausgezeichnetes Steinofenbrot. Seine Auszeichnung nahm der Vize-Obermeister später in der Alten Aula mit weiteren fünf Kollegen im Anschluss an die Freisprechungsfeier der Bäcker- und Verkäuferauszubildenden entgegen.

Mit Nudeln aus eigener Herstellung, Nusszöpfen, Zwiebelkuchen und neuem Wein wartete die Bäckerei Goebes auf; luftig und mit kräftiger Kruste das St. Galler Weißbrot der Bäckerei Gundel. „Der Geschmack sitzt in der Kruste“, hieß es hier und man lud zum Probehäppchen der Heidelberger Altstadt-Kruste, einem Mischbrot aus 50 Prozent Weizen und 50 Prozent Roggen. Zutaten aus kontrolliert ökologischem Anbau kommen bei der Bäckerei und Konditorei Hünnerkopf in die Biolandbrote, während Nachbar Breitenstein aus Wieblingen mit Butterstreuselkuchen, Zwetschgen- und Zwiebelkuchen die Herbsttage versüßt.

Wie gut, dass Renate Peters so reisefreudig ist: „Von jeder Fahrt bringe ich ein besonderes Rezept mit“, informierte die kreative Bäckerin der Holzofenbäckerei Ehmert aus Gauangelloch. Die Kundschaft kommt so in den Genuss von gesunden Brotchips mit Dip, Jakobusbrötchen aus Spanien mit einem Hauch Kaffeearoma, französischem Landbrot mit zweitägiger Teigführung und einer wahrhaft köstlichen „Tarte de Santiago“. Das Magazin „Feinschmecker“ fand Peters Kreationen preiswürdig.

Am Stand der Bäckerei Mantei findet das Bombay-Nan großen Anklang: Die Mischung aus Curry, Maiskörnern und gerösteten Erdnüssen passt prima zu Geflügel und Fisch, das Delikatessbrot mit Haselnüssen, Walnüssen und Mandeln schmeckt zum Vernaschen gut. In der Bäckerei Grimm entstehen Laugenbrezeln nach uraltem Rezept und nicht wenige Kunden meinen, dass dies das beste Laugengebäck ihres Lebens sei. Von Herbst bis Winter gibt es das Müslibrot, eine Vorstufe zum Hutzelbrot, das zur Adventszeit passt.

Bei der Bäckerei Reutz sind die Azubis im Einsatz und verkaufen Vollkornbrot aus selbst vermahlenem Mehl, das eine ebenso lange Teigführung wie die Baguette-Alternative „Flintstone“ hat. Bei Bäcker Legron im Angebot: Schwäbischer Flammkuchen aus Dinkelsauerteig, Altstadt und Holzofenbrot. Eine runde Sache, dieser vierte Brotmarkt in Heidelberg, der die Kreativität und das fachliche Können der Bäcker unter Beweis stellte.


Artikel vom 14.10.2005
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